Small Small Moments

“Eine Lehrerin kommt in meine Klasse und unterrichtet Citizenship Education. Nebenbei stillt sie ihr drei Jähriges Kind, während sie ihr ein jähriges mit einem Tuch auf dem Rücken trägt. Das machen hier alle, denn es gibt keinen Mutterschutzurlaub.”

 

“Ich sitze in meiner Klasse. Mir ist kalt. Es regnet. Schon seit 4 Stunden jetzt. Mein Kopf dröhnt, die Schüler sind laut. Auch sie können nicht nach draußen. Ich korrigiere zu Ende und mache ein Nickerchen. Auf dem Tisch. Das ist normal.”

 

“Ich sitze draußen unter Bäumen im Schatten. Der Klassenraum war zu heiß. Wir haben alle Tische nach draußen geräumt. Hier weht wenigstens eine leichte Brise. Das ist angenehm. Wir lesen gemeinsam ein Buch. Ich esse/ trinke eine Kokusnuss und korrigiere dann zu Ende. So mag ich es am Liebsten”

 

 

“In der Pause spiele ich ghanaische Musik auf meinem Handy ab. Plötzlich kommen meine Lieblinge aus allen Richtungen angelaufen. Sie singen mit. Einige trauen sich sogar, zu tanzen. In Ihnen ist so viel Rythmus. So viel liebe zur Musik. Ich liebe es. Ich liebe sie.”

 

“Madame, Madam, Let’s Play Michael Jackson!” – “Okay, but only one time”

Daraufhin stehe ich in einer Traube von Kindern. Alle möchten das Klatschspiel mit mir machen. Ich spiele mit, bis die Pause zu Ende ist. Dann geht’s zurück in den Klassenraum. Ich bin viel lieber die Spielende, als die Lehrende!

 

“Mein lieber Gideon weint. Er wurde heute härter geschlagen, als sonst. Ich kann es kaum mit ansehen. Ich kann es nicht verstehen, ich will es nicht verstehen, ich werde es nie verstehen.”

 

“Millicent erklärt mir das neue System. Es gibt jetzt Fachlehrer und keine Klassenlehrer mehr. Als ich frage, wer denn ICT unterrichtet, sagt sie Mr. Clemens und verrät mir auch, wie er von den Schülern auf Twi genannt wird: “he hates us all.” Das fand ich krass. Er ist der Lehrer, dem der Stock an die Hand geschweißt ist. Ohne Stock unterrichtet er nicht.”

 

“Ich gehe jeden Morgen auf dem Weg zur Schule an einer Pancake- Verkäuferin vorbei. Ich kaufe auch ab und zu mal einen. Heute hatte ich nur zwanzig Cedi. Sie kann nicht wechseln, der Schein ist zu groß. Sie gibt mir trotzdem einen und sagt nur “KoBra”, was in Twi so viel heißt wie Go and Come. Sie kennt mich nicht. Sie kann nur wenige Worte Englisch. Sie vertraut mir trotzdem.”

 

“Ich sitze auf der Toilette. Vor meinen Füßen läuft eine Kakerlake vorbei. Ich erreiche sie aber nicht. Ich grüße sie und konzentriere mich wieder auf mein Geschäft. Am Anfang des Jahres wäre ich sofort geflüchtet. Heute ist das Normalität.”

 

“Das Wasser geht mal wieder nicht. Ich laufe raus, hole zwei Eimer Wasser, nutze einen für die Spülung und den anderen zum Duschen. Das Leben kann so einfach sein.”

 

“Ich sitze im Klassenraum. Einige Hühner laufen auf der einen Seite hinein und auf der anderen wieder hinaus. Ghana.”

 

“Ich laufe im Trockenen zu Schule. Kurz bevor ich gehe, regnet es heftig. Auf meinem Weg nach Hause brauche ich doppelt so lang wie normal, weil ich mir so oft neue Wege suchen muss. Meine ursprünglichen Wege haben sich in kleine Bäche verwandelt. Regenzeit…!”

 

“Ich fahre mit dem Trotro nach Winneba. Auf halber Strecke sehe ich eine Frau mit schweren Baumstämmen auf dem Kopf und ich weiß: Sie hat noch eine Strecke vor sich, die mit dem Auto noch zwanzig Minuten sind.”

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Reise durch die Volta- Region

Soo, da bin ich mal wieder:
Diesmal möchte ich euch von meiner Reise durch die VoltaRegion erzählen, bei der wir wirklich unglaublich viel erlebt und gesehen haben. Es ging für mich ja von Nkawkaw aus zurück nach Koforidua und dann wieder hoch nach Ho, da ich ja den Voltasee umfahren musste. Dort bin ich gegen 17 Uhr am Montag (17.04.) angekommen und habe mich mit Hanna und Nathalie (aus Winneba), Nora (aus Swedru), Hannas Freundin Tabea und Jana (aus Akim Oda) im Kekeli Hostel getroffen. Dort hatten wir Dorm-Räume (einen mit drei und einen mit vier Betten), sodass es eigentlich gar kein Dorm war 😀 Nachdem wir uns in der Stadt noch Indomie (Instant-Nudeln mit Gemüse und Ei angebraten) als Abendessen geholt hatten und zurück im Hotel waren, haben wir sogar noch Pauline, Liv und Josephine getroffen, die ja auch auf dem Paragliding Festival waren und weiter reisen wollen nach Togo 🙂
Am nächsten Morgen haben wir uns dann alle gemütlich in ein Zimmer gesetzt und die Avocados mit dem Brot gegessen, das wir am Vortag noch gekauft hatten. Da war die Campingausrüstung auch wieder sehr nützlich, denn so ein Messer dabei zu haben, ist wirklich praktisch!
Gegen 9 Uhr machten wir uns schließlich auf den Weg zur Trotro-Station und suchten uns dort ein Taxi, das uns nach Amedzofe brachte, das höchste Bergdorf Ghanas. Das war ein ganzes Stück Fahrt und somit fand ich auch die 7 Cedi pro Person ganz angemessen! Oben angekommen, haben wir erstmal im Touristenzentrum 10 Cedi Eintritt bezahlt, um auf den Berg wandern zu dürfen, an dessen Spitze sogar ein Gipfelkreuz steht. Danach ging es auch schon los und wir sind nach Ca 20-30 Minuten schon oben angekommen! Der Ausblick war der Wahnsinn!! Wir waren wirklich auf der höchsten Spitze und konnten aufs Dorf hinuntersehen und in allen Himmelsrichtungen gab es ein weiteres wunderschönes Stückchen Natur zu sehen. Daraufhin beschlossen wir, das dies der perfekte Ort ist, um ein kleines Fotoshooting zu starten, da auch die Temperatur und der Wind unglaublich angenehm waren.

Außerdem wimmelte es nur so von Schmetterlingen und anderen Insekten, ich habe echt noch nie so viele verschiedene Schmetterlinge auf einem Haufen gesehen. Nach unseren Bildern haben wir dann auch noch gepicknickt, denn Tabea hatte sogar Prinzenrollenkekse aus Deutschland mitgebracht !! Das war einfach so eine wundervolle Belohnung! Danach machten wir uns wieder auf den Rückweg und mussten erstmal diskutieren, was wir als nächstes machen wollen, denn Natha und ich wollten auch gerne noch zum Wasserfall im selben Ort, den anderen war aber die Kletterei zu anstrengend. Deshalb warteten sie in Ort auf uns, während wir zu zweit mit unserem Guide losmarschierten und schnell merkten, dass die besagten 10 Minuten Weg doch eher einer halben Stunde entsprachen. Am Ende mussten wir dann ein ganzes Stück bergab klettern und konnten uns dabei zum Glück an Seilen festhalten, denn es ging ganz schnell steil herunter…

Aber unten angekommen, hatte sich die Wanderung gelohnt und auch schon der Weg selbst war einfach super schön. Wir sind dann so dicht wie möglich an den Wasserfall herangeklettert und haben sogar fast geduscht, denn hinterher waren wir klitschnass… Spaß gemacht hat es aber auf jeden Fall.

Zurück bei den Anderen waren wir dann um 14 Uhr und haben sogar einen Privatmann gefunden, der uns bis nach Tafi Atome (kleines Dorf mit Monkey sanctuary) gefahren hat! Natha und ich sind direkt eingeschlafen und erst wieder aufgewacht, als wir angekommen waren, weil wir einfach so kaputt von den Wanderungen waren. In Tafi Atome haben uns dann zwei junge Guides in Empfang genommen, die gerade die Senior High angeschlossen hatten und nun im Monkey Sanctuary arbeiteten. Die waren auch beide total nett und haben uns zu dem Homestay gebracht, in dem wir die Nacht verbringen wollten. Das heißt, dass wir bei einer Familie aus dem Dorf geschlafen haben, die drei Zimmer als Gästezimmer hergerichtet haben und durch die Vermietung von diesen ein bisschen Geld verdienen. Es ist immer ein bisschen merkwürdig dann im Wohnzimmer von fremden Leuten zu stehen, aber das Haus gehörte ohnehin einem älteren Ehepaar, das wir selten gesehen haben. Dann haben sie uns auch mitgenommen in eine Chop Bar, da wir noch nichts zu Abend gegessen hatten und dort haben wir uns dann ein Bierchen gegönnt, während wir aufs Essen gewartet haben, und haben Karten gespielt. Es dauerte dann auch tatsächlich fast 2 Stunden bis wir unseren Reis mit Stew und Ei bekommen haben, wir waren aber dann trotzdem um 19 Uhr wieder im Homestay und die beiden Guides sind nochmal vorbei gekommen und haben uns Geschichten (Fabeln) über Tiere erzählt, aus denen wir dann die Moral herausfinden sollten. Auch wir haben ihnen welche erzählt, dann haben sie uns aber auch wieder allein gelassen, da wir am nächsten Tag um 6:30 in den Wald gehen wollten, um die Affen zu finden!

Am Mittwoch sind wir dann also sehr früh aufgestanden und haben uns mit den Guides vor dem Touristen Center getroffen. Von dort aus ging dann die Tour quer durch den ganzen Wald los, bei dem wir auch wieder verschiedene Bäume gesehen haben, wie zB einen Baum, der sich um eine Palme herum geschlungen hatte (in Boabeng-Fiema bin ich in einem genau solchem Baum hochgeklettert) und die Guides haben immer wieder komische Rufe ausgestoßen, um die Affen anzulocken. Nach knapp einer Stunde hatte ich dann schon fast die Hoffnung aufgegeben, als Williams den anderen Guide Paul zurückrief und eine Gruppe von Mona Affen gefunden hatte. Dann begannen wir, sie zu füttern und sie waren wieder nur ganz wenig scheu und sind auf uns herumgeklettert, als wären wir selbst Bäume. Wenn wir die Bananen zu fest hielten, haben sie sogar mit ihren kleinen Händen unsere Finger genommen und von der Banane weggebogen, wobei auch sehr lustige Bilder entstanden sind 😀 Es war jedenfalls wieder ein wunderbares Erlebnis diese Tiere in freier Natur und dazu noch so friedlich erleben zu können.


Anschließend sind wir zum Homestay zurück gegangen und haben schonmal alle Sachen zusammengepackt, weil unsere Reise direkt weiter in eines der benachbarten Dörfer gehen sollte. Dafür hatten uns die Guides am Dienstag der Herren von der Chop bar organisiert, der uns auf dem Trisicle dann ins Kente Village Tafi Abuife gefahren hat. Das Dorf war sogar noch kleiner und man hat sofort das Touristenbüro gefunden, da es in total coolem Design und wunderschönen Farben angemalt war. Die Inneneinrichtung fehlte bis auf ein paar Plastikstüle komplett, aber der nette Herr versicherte uns, dass sie wohl gerade daran arbeiten würden. Wir mussten dann mal wieder ein bisschen was für die Tour bezahlen und dann ging es los: im ganzen Dorf standen ganz viele Webstühle und man sah von überall die bunten Grundfäden herausragen! Er erklärte uns, dass viele Familien ihre eigenen Weber hätte, die das dann quasi direkt neben ihrer Haustür machen und nur in den großen Hallen wären Weber aus verschiedenen Familien. Die Grundfäden sind an einem großen Stein befestigt und wenn der Weber ein Stück vom Stoff fertig gewebt hat, zieht er diesen Stein an den Fäden ein bisschen nach vorne. So entsteht das Muster im Sand bzw die Linien im Stein (in der Halle). Das Weben war früher eine ausschließlich männliche Tätigkeit, die Frauen sind nur für das Spinnen der Wolle und das auffädeln des Fadens verantwortlich. Auch heute gibt es nur ganz ganz wenige Frauen, die auch weben und unser Führer meinte, sie wären einfach nicht so schnell, wie die Männer. Die Kinder lernen das Weben alle schon mit 11 Jahren, sodass sie mit 14 Jahren Profis sind und das Dorf lebt vom Verkauf ihrer gewebten Produkte. Es war schon sehr eindrucksvoll! Vor allem, da die Weber wirklich eine unglaubliche Geschwindigkeit und Genauigkeit zeigten! Wir sind einmal durch das ganze Dorf gelaufen, haben uns die Hallen angesehen und konnten den Familien beim Weben zusehen.

Anschließend sind wir mit einem Trotro (da hatten wir wirklich Glück, weil die ganze Umgebung wie ausgestorben war!) bis zur nächsten Junction gefahren und dann weiter bis nach Kpandu. Dort sind wir schon um 14 Uhr im Hostel angekommen und haben uns eine Stunde später wieder auf den Weg zum Voltasee gemacht, da Kpandu direkt an diesem liegt. Wir wollten einfach nur eine kleine Bootstour machen, die Fischer haben aber alle unser Englisch nicht so richtig verstanden. Wir waren kurz davor aufzugeben, als dann doch jemand meinte, er würde uns für ein bisschen Geld eine kleine Runde mit rausnehmen. Jana meinte die ganze Zeit, dass ja der Himmel schon so dunkel sei und wir vorsichtig sein müssen wegen des Regens, aber wir haben sie beruhigt und meinten, dass der Wind das Unwetter ja von uns wegtreiben würde! imageFalsch gedacht!! Als wir dann gerade wieder in Richtung “Hafen” gingen, fing es plötzlich an, sehr zu stürmen und weil der ganze Sand hochgewirbelt ist, hatten wir echt Schwierigkeiten zu atmen. Deshalb haben wir unter einem sehr kleinen Stand Schutz gesucht, haben dann aber beschlossen, weiterzusuchen nach etwas, das ein bisschen geschützter ist. So sind wir dann in die nächste große Lagerhalle gerannt und dann ging auch schon der Regen los. Aber was für ein Regen! Der hat sich durch alle Ritzen gepresst und uns regelrecht ausgepeitscht, da hatten wir doch etwas Muffensausen… Wir haben auch schnell angefangen zu frieren, weil wir ja nass waren und dazu der Wind so stark war und haben einfach nur gehofft, dass es schnell wieder aufhört… Ein ganze Herde Ziegen und ein paar Hühner kamen dann auch noch zu uns in die Lagerhalle, aber nach Ca. 20 Minuten hatten wir es dann geschafft. Wir haben dann nur noch ein Taxi ins Hotel genommen, sind unter die Dusche gesprungen und total fertig ins Bett gefallen.

Am Donnerstag (20.04.) sind wir dann gegen 9 Uhr weitergefahren nach Hohoe, etwa 1 Stunde entfernt und mehr will ich zu dem Tag nicht sagen.

Am Freitag ging es dann mit unserem Power-Programm weiter und wir sind morgens ganz früh losgefahren, da wir nicht in der prallen Mittagshitze den höchsten Berg Ghanas erklimmen wollten. Wir waren also schon um 7 Uhr an der Trotro Station und haben tatsächlich eins gefunden, dass uns zum Mount Afadjato bringen wollte und es ist direkt losgefahren, als wir 6 eingestiegen waren, obwohl es nicht voll war!! Er war wohl happy, dass er überhaupt so viele Personen gefunden hatte… Wir sind dann auch echt eine Stunde lang über ein Holper Piste in Richtung Togo-Grenze gefahren und mussten plötzlich unsere Handynetze ausschalten, weil wir schon im Togolesischen Netz waren. Als wir am Fuß des Berges standen, wurde uns dann erst bewusst, was wir uns da eigentlich vorgenommen hatten. 885 Meter wollten wir einfach mal so hochklettern… Aber umkehren kam jetzt auch nicht mehr in Frage und so machten wir uns mit unserem jungen 14 jährigem Guide auf den Weg. Nach 200, 400 und 600 Metern gab es jeweils Schilder, die uns zeigten, wie viel wir nun schon geschafft hatten und wir waren ganz schön am keuchen. Der Guide erzählte uns, dass er das in den Ferien immer macht, um seine Schoolfees zu bezahlen, d.h. er bekommt das Geld für seine Touren gar nicht, sondern nur die Schule und außerdem meinte er, dass er dort teilweise drei Mal am Tag hochklettert! Er war auch überhaupt nicht am Schwitzen, was ich trotz so viel Übung echt beeindruckend fand! Nach etwas mehr als einer Stunde hatten wir es dann endlich geschafft und konnten den Ausblick genießen. Für den Rückweg brauchten wir dann nur noch 10-20 Minuten, da es bergab doch deutlich schneller ging und wir keine Pausen mehr einlegen mussten. Wir hatten den Trotrofahrer gebeten zu warten, da es ja doch schon extrem einsam dort war und nur ganz selten Trotros oder Taxis vorbei kommen und er hat uns dann direkt zu den Wli Falls gefahren. Diese waren für mich das Highlight der Reise, da sie wirklich beeindruckend hoch waren und wir sogar darunter Baden konnten!! Aber wir mussten erst 45 Minuten dorthin laufen und waren vom Berg doch schon etwas geschafft, sodass wir dann die drei Stunden Tour zu den Upper falls nicht mehr mitgemacht haben. Dafür haben wir dort tolle Bilder gemacht und uns ein wenig entspannt!


Danach sind wir dann wieder zurück nach Hohoe gefahren, haben uns frisch gemacht und sind dann zum Abschluss nochmal richtig schön Ghanaisch essen gegangen. Es gab total leckeren frisch gegrillten Tilapia mit Banku und Red Pepper! Lecker!

Bis bald
Eure Kira 😊

Easterfestival in Kwahu- PARAGLIDING

Helloooo again,
Hier bin ich wieder und berichte nun erstmal von dem Osterfestival in dem Hochland Kwahu (Eastern Region) bevor ich vom Rest der Reise erzähle, die mich durch die Volta Region und die Westküste entlang führen wird.
Am Donnerstag (13.04. dem letzten Schultag) habe ich mich um 13 Uhr mit Marie (einer weiteren Freiwilligen aus Swedru) an der Main Station getroffen und wir haben uns gemeinsam auf den Weg nach Asamankese gemacht. Dort haben wir Tim und Tobi eingesammelt, Freiwillige aus Togo, die zu Besuch waren und sind dann weiter nach Suhum gefahren. Ein letztes Mal umsteigen brachte uns dann nach Nkawkaw, wo sich der Landeplatz (ein Fußballfeld) für die Paragliger befand, doch das Volunteerhaus, in dem wir geschlafen haben, befand sich ein ganzes Stück in den Bergen und so fanden wir schließlich auch noch ein Taxi, das uns bis nach Obo gefahren hat. Dort waren wir dann mitten in den Bergen und umgeben von purer Natur!

Auch die Temperatur war direkt ein wenig niedriger und frischer… Wir haben dann jedenfalls um 19:30 Uhr endlich die hüpfende Anni vor dem riesigen Volunteerhaus gefunden und sind glücklich und erschöpft direkt mit ihr zum Abendessen gegangen. Dort haben wir auch Thorben kennen gelernt, dem das Haus quasi gehört und der diese ein Mann Organisation führt. Anni, die übrigens genau wie ich aus dem Landkreis Gifhorn kommt und die ich sogar schon einmal im Deutschland getroffen hatte, und Kira (nicht ich, sondern eine andere) sind zur Zeit die einzigen Freiwilligen dort, da alle anderen vor kurzer Zeit ihren Rückflug angetreten hatten und somit waren über das Osterfestival viele Zimmer und Betten frei geworden. Beim Essen saßen wir dann noch mit Holländern und anderen Freiwilligen zusammen und haben uns super unterhalten. Anschließend sind wir noch zum Karten spielen in eine Bar in Obo gegangen und waren aber so erschöpft von der Reise, dass wir auch schon gegen 23 Uhr wieder im Bett waren.

Am Freitag morgen haben wir dann auch alle zusammen gefrühstückt, das war total schön und familiär und ganz besonders üppig!

Da Kiras Familie gerade zu Besuch ist, hatten wir nämlich ein ganz großes Nutella Glas und Kaffe, Tee und Ketchup und Soße für unser Bred and Egg und dann gab es auch noch Avocado, Mango, Ananas und Papaya. Um 10 Uhr sind wir dann nach Atibi auf den Berg zu dem Startplatz der Paraglider gefahren. Die Aussicht war wunderbar und wir kamen genau richtig zum ersten Start dort an! Alles lief gut und schon war sie in der Luft. Da habe ich nicht lange gezögert und mir direkt ein Ticket für den nächsten Tag gekauft. Außerdem gab es unglaublich gute Smoothies dort zu kaufen und wir gönnten una alle noch einen Mango, Banane, Orange Smoothie!

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Ich,           Anni,          Pauline

Weil wir die Soldaten so cool fanden, mussten wir mit denen natürlich auch noch ein Bild machen und besonders überzeugend ist natürlich der Batman Handschuh:

Danach sind wir wieder heruntergelaufen, wurden aber direkt am Anfang dazu eingeladen, auf der Ladefläche eines Pick Ups mitzufahren! Da mussten wir nicht lange überlegen und sind direkt hinten aufgesprungen und ab ging die Post.

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von links: Anni, Pauline, Tobi, Anika, Marie, Tim und ich

Dann haben wir uns ein wenig ausgeruht und Pauline (nicht unsere Swedru Pauline) und ich sind noch einmal losgelaufen, um uns den Canope Walk hier im nächsten Dorf einmal anzusehen. Dazu mussten wir allerdings erstmal 811 Stufen erklimmen und waren am Ende wirklich nass geschwitzt. Der Canope Walk war im Vergleich zum Kakuum natürlich kläglich klein, aber die Aussicht war auch eine ganz andere und es hat sich doch gelohnt, da das Hochland Kwahu wirklich atemberaubend schön ist und wir richtig gut auf Obo hinuntersehen und sogar das Freiwilligenhaus sehen konnten!

Ich habe auch noch ein bisschen auf der Platform rumgeturnt und dann haben wir uns wieder auf den Weg nach unten gemacht.
Abends sind wir dann zum eigentlichen Festival (eine Partymeile in Obomeng) gefahren und haben festgestellt, dass es einfach unglaublich überlaufen war und konnten uns kaum durch diese Menschenmassen quetschen! Es wurden drei Bühnen aufgebaut, vor denen die Massen am schlimmsten waren und von allen Seiten wurde Musik gespielt. In einer Bar haben wir eine super coole Show von zwei Tänzern gesehen, von dem der eine die ganze Zeit einen Becher mit Bier auf dem Kopf balanciert hat und trotzdem unglaubliche Bewegungen machen konnte!

Nachdem wir uns einmal komplett durch das Dorf gekämpft hatten, haben wir ganz am Ende eine relativ ruhige Bar gefunden und dort ein Bierchen getrunken, sind dann aber direkt wieder zurück und waren auch früh im Bett, um für den nächsten Tag fit zu sein! 🙂

Samstag morgen haben wir uns wieder um 7:30 Uhr alle zum Frühstück getroffen, weil wir um 8 Uhr los wollten, um auf den Berg zu fahren… Tim, Tobi und Marie sind aber einfach vorgefahren, weshalb ich dann mit Anni (der Gifhornerin😋) und Anika losgegangen bin. Wir hatten diesmal total Glück und mussten kein Taxi bezahlen, weil uns zwei Ghanaer gefahren haben, die dann sogar an der Police Barrier auch jeder noch 5 Cedi zahlen mussten! Dann hieß es warten, warten, warten und zwei Personen bevor ich fliegen sollte, ist es dann passiert: Wetter change. Eine riesige dunkle Wolke hat sich von hinten genähert und 20 Minuten nach Flugabbruch hat es dann auch angefangen 2 Stunden lang zu regnen… Die Paraglider sind schon wieder zurück in ihr Hotel gefahren, uns wurde aber gesagt, wir sollen ruhig warten, da die Leute auf dem Berg die Flieger anrufen würden, wenn das Wetter wieder besser wird. Und da ich ja so kurz davor war, bin ich mit Anni auch noch geblieben und wir haben uns erstmal Banku mit Tilapia gegönnt (ein super leckerer, großer, gegrillter Fisch) und gewartet bis 15 Uhr… Da wurde uns dann aber gesagt, dass sie nicht mehr wieder kommen und wir morgen nochmal wiederkommen sollen, weshalb wir dann doch wieder per Anhalter den Berg herunter gefahren sind, die Ghanaer waren wirklich super lieb und haben uns bis Mpraeso gefahren. Von da aus sind wir dann bis Obomeng gelaufen und haben uns richtig gut unterhalten, man merkt es doch irgendwie, wenn man in den gleichen Kreisen aufgewachsen ist 😀
In Obomeng haben wir uns dann in eine Bar gesetzt, die total gemütlich war und die Musik nicht so unnormal laut hatte, sodass man sich noch gut unterhalten konnte. Dort haben wir auch noch zwei Ghanaerinnen mit Freund kennen gelernt und sind gegen 21 Uhr wieder per Anhalter nach Obo gefahren und waren wieder früh im Bett, da ich ja dann wirklich bald auch an der Reihe war mit dem Fliegen (dachte ich…).

Am nächsten Morgen (FROHE OSTERN AN DIESER STELLE!!) haben wir wieder zu dritt um 7:30 Uhr gefrühstückt und waren dann erst um 10 auf dem Berg, weil die Taxifahrer alle zu viel Geld haben wollten, wir also wieder auf der Ladefläche eines Pick Ups wieder bis Atibi gefahren sind und dort Annis Kumpel gefragt haben, ob er uns nicht fahren kann. Der war total niedlich, weil er 16 Jahre in Deutschland gewohnt hat und mit uns auch deutsch geredet hat und er hat dann seinen Bruder geholt und zusammen konnte es losgehen. Weil wir zu viele waren, sind wir wieder auf die Ladefläche und haben es genossen, so entspannt dort hochzufahren! Wir kamen auch nicht wirklich zu spät, denn der Wind war zu stark um zu fliegen, da durch den Regen die untere Wolkenschicht zu tief hing. Wir mussten also warten, bis die Sonne den Untergrund etwas aufgewärmt hatte und die warmen Luftströme die Schirme auch nach oben tragen würden. Das habe ich alles von Jack, einem der Piloten erfahren, mit dem ich mich echt gut unterhalten hatte… Gegen 11:30 durften dann die ersten wieder Starten und ich war total ungeduldig und wollte endlich los. Unfairer Weise war ich dann auch noch in der Liste ganz weit nach unten gerutscht, weil ich anscheinend doch nicht früh genug da war, aber nach den ersten Flügen fand ich das dann gar nicht mehr so schlecht, denn die Wetter Bedingungen waren immer noch nicht perfekt und sie sind alle nicht mehr als 5 Minuten geflogen. Als die Sonne dann nach einer Stunde so richtig herausgekommen war und Jack (der Pilot) zum zweiten Start wieder nach oben gekommen war, hat er mich gesehen und selbst zum Fliegen ausgesucht! Das war unglaublich cool, weil das Wetter in dem Moment total perfekt war (laut Jack) und ich ihm auch total sympathisch fand. Er kommt aus den USA und hat aber auch schon einmal in Deutschland gelebt, weshalb er gebrochenes Deutsch konnte, das sich mit dem amerikanischen Akzent echt niedlich angehört hat 😀 Er ist schon zum 12. Mal bei dem Osterfestival hier in Nkawkaw dabei, also quasi von Anfang an und das Paragliding ist bei ihm sein Job, da er auch andere Tandem Flieger ausbildet etc. Er hat mir dann eine kurze Einweisung gegeben (viel gibt es eigentlich nicht zu beachten, das wichtigste ist bei Start erst kurz zu joggen, bis der Schirm sich aufgerichtet hat und dann so schnell wie möglich zu laufen, bis man schließlich abhebt, außerdem sollte man sich nicht beim ersten Impuls nach oben hinsetzen, sondern erstmal noch weiter laufen, bis man wirklich in der Luft ist!) und schon konnten wir los. Die zwei Minuten vor dem Start, die wir nur auf guten Wind warten mussten, waren der reinste Nervenkitzel, aber als wir dann losliefen, ging es wie von allein und wir hoben schon in der Mitte der Bahn ab und hatten guten Auftrieb. Jack erzählte dann auch noch, dass der Start hier in Ghana einer der gefährlichsten ist, da man normalerweise niemals an einer Klippe startet, damit man noch genug Zeit hat, um notzulanden… Wir hatten an dem Tag auch schon 2 Fehlstarts miterlebt und bei dem einen war es wirklich knapp vor der Kante! Der Pilot hatte nämlich beim Loslaufen die eine Bremse verloren und dann geschrieen Stoooop, aber der Tandem Partner hatte das nicht gehört und ist weitergelaufen. Sie haben es dann aber noch geschafft, anzuhalten, auch wenn es wirklich knapp war.
Bei mir lief aber wie gesagt alles glatt und wir haben wirklich eine gute Thermik gehabt, sodass wir sogar noch zwei Ehrenrunden über dem Startplatz drehen konnten und da ich ihn gefragt hatte, ob er auch Tricks mit dem Schirm machen könnte, haben wir dann die Side Wings (rechts und links Schlenker, bei denen man ein richtiges Achterbahnfeeling bekommen hat) direkt über der Menge gemacht! Man hat sie sogar jubeln hören und konnte jedes Wort der Musik verstehen, das war wirklich lustig. Dann sind wir viel weiter an den Klippen entlang geflogen und wollten dann die Spitze erreichen, um die ganz viele Vögel gekreist sind. Das haben wir auch geschafft und er meinte, das wäre das erste Mal, dass er das geschafft hätte! Dann sind wir ins Tal geflogen und zum Abschluss hat er dann mit mir nochmal die Side Wings und dann die Spirale gemacht! Dabei haben wir eine solche Geschwindigkeit gehabt, dass wir wirklich waagerecht zum Schirm waren und beim Abbremsen einen kurzen Moment der Schwerelosigkeit hatten. Anschließend haben wir Kurs auf den Fußballplatz genommen, der als Landeplatz diente und auf dem heute eigentlich sogar noch ein Fußballspiel stattfinden sollte!! Die Kinder rannten dann alle unserem Schirm entgegen und Jack packte ein kleines Paket mit Minischirm aus, das er ihnen zuwarf. Das hat er wohl jedes Mal gemacht und die Kinder haben immer auf ihn gewartet. Die Landung selbst war unglaublich sanft und wir mussten nur wenige Schritte gehen, bis wir standen. Es war ein tolles Erlebnis und das beste Oster-/ Geburtstags- Geschenk meines Lebens! ❤️

Hier ein paar Bilder:


Mit Jack, Josephine und ihrem Tandempartner sind wir dann wieder hoch auf den Berg gefahren und haben uns dort mit den Anderen getroffen. Hier nochmal einen rieeeesigen Dank an ANNI, die an allen drei Tagen mit mir hochgefahren ist, um Bilder zu machen und mich fliegen zu sehen! Es war wirklich schön mit dir 😘
Danach haben wir nicht mehr so viel gemacht, waren doch etwas platt von der dauerhaften Musik und der Lautstärke und haben uns einfach ins Haus zurückgezogen, Bilder ausgetauscht und sind abends noch in die Bar nebenan gegangen. Da haben wir nämlich noch einer Life-Band zugehört, die echt mal ganz angenehm andere Musik gespielt hat.
Außerdem gab es zum Abendessen Fufu mit Groundnutsoup, eins meiner ghanaischen Lieblingsgerichte!
Das Haus war auch schon relativ leer geworden und nur Pauline und ich sind noch bis zum Montag morgen geblieben. Da haben wir in aller Ruhe gefrühstückt und sind dann gegen 10 Uhr zusammen nach Nkawkaw gefahren, von wo aus es für mich nach Koforidua und dann nach Ho ging und für Pauline zurück nach Hause.

Damit bis zum nächsten Mal,
Eure Kira 🇬🇭👋🏻

Geburtstagstradition im Ghana – die Wassertaufe

Hallo ihr Lieben, heute war so ein schöner Tag, dass ich euch davon einfach mal kurz berichten wollte!

Ich bin heute morgen, wie auch schon gestern, in aller Seelenruhe aufgestanden und erst um 9 Uhr in der Schule angekommen, denn es wurden letzte Woche alle Examen geschrieben, sodass wir jetzt nur noch am korrigieren sind und die Schüler keinen Unterricht mehr haben. Zur Schule kommen müssen sie aber trotzdem, sodass ich auch viel mit Ihnen spielen konnte, was wirklich eine willkommene Abwechslung zur Arbeit war und zum Term-Ende auch ein schöner Abschluss. Ganz besonders toll finden sie das Klatsch-Spiel “Michael Jackson” (Michael Jackson fuhr nach Spanien, kaufte sich drei hübsche Damen…) und dabei macht es auch gar nicht, dass es deutsch ist, denn sie singen es einfach so, wie sie es verstehen.
Heute morgen habe ich jedenfalls die letzten Terminal Report Karten ausgefüllt (quasi Zeugnisse) und bin dann mit zum Worship gegangen, der ja jeden Mittwoch statt findet. Dafür werden immer die Klassenräume von P5 und P6 (die nur durch eine Trennwand unterteilt sind, die wir dafür wegklappen) mit allen Schülern der Primary School vollgestopft und dann wird etwas über die Bibel gelernt, gebetet und gesungen.

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Außerdem wurden allen Kindern, die bei der SPORTSWEEK gut abgeschnitten hatten, Urkunden überreicht und ordentlich gratuliert, denn das waren schon wirklich gute Leistungen. Josephine aus meiner Klasse hat beim Laufen gleich in 3 Distanzen eine Urkunde erlangt! imageHeute war auch deutlich weniger Unterricht und viel mehr Gesang und das mit tatkräftiger Unterstützung von unseren Trommlern! Die Lautstärke könnt ihr euch ja vielleicht vorstellen 🙂 Wir sind dann jedenfalls eine halbe Stunde lang durch den Klassenraum getanzt und (die Schüler) haben gesungen: so ausgelassen war die Stimmung noch nie, wir hatten so einen Spaß!! 😀

Weil ich gestern meiner Klasse gesagt hatte, dass ich ja in den Ferien Geburtstag habe und ihnen deshalb morgen (12.04.) etwas mitbringe, habe ich anschließend gaaaaanz viele Orangen und Zuckerrohr geschenkt bekommen, das wir direkt angefangen haben, zu schälen und zu kauen! Ich mag es wirklich gerne, aber allzu viel auf einmal kann ich davon immer nicht essen. Ich fand es auf jeden Fall total süß, dass sie so an mich gedacht haben. Ich habe Ihnen danach dann meine Mandalas, die 100 Buntstifte und die Haribos gegeben, die ich für sie hatte und sie haben sich auch gefreut. Dann haben sie mich noch ganz stolz in den Klassenraum geführt und mir gezeigt, dass sie ihn für mich geschmückt haben und das nur aus Papier, das sie zu einer Girlande zusammen geklebt hatten und Blumen! So süß!image Zu guter Letzt wurde ich dann beim closing Assembly nach vorne geholt, die ganze Primary hat für mich Happy Birthday gesungen und dann wurde mir aus alles Richtungen Wasser entgegen geschüttet! Sei es Pure Water oder ganze Eimer, hinterher war ich bis auf die Unterhose nass, musste aber wirklich lachen! Die Schüler hatten mich gestern vorgewarnt und gesagt, ich solle mir doch ein zweites Paar Klamotten mitbringen. Obwohl ich die ganze Zeit kein bisschen gefroren habe, da wir ja das ganze Jahr über 33 Grad haben, war ich dann doch froh, in trockenen Sachen nach Hause gehen zu können. Und normalerweise wird wohl Dreckwasser dafür benutzt, da war ich Ihnen doch dankbar, dass es bei einigermaßen sauberem Wasser geblieben ist 🙂

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Auf meinem Weg nach Hause hat mir dann erst noch ein Schüler aus P3, der wirklich jeden Tag zu Josi und mir kommt und mit uns reden möchte, um Englisch zu lernen, einen Geheimweg durch Asafo gezeigt und dann hat es leider angefangen zu regnen, als ich gerade an einem Haus mit überdachter Veranda vorbei gelaufen bin. Dort saß ein älterer Herr, der mich gesehen hat und mich direkt zu sich rief, ich solle doch mit ihm warten, bis der Regen weniger wird und erst dann weiter laufen. Das habe ich dann prompt gemacht und mich eine halbe Stunde lang super nett mit ihm unterhalten! (Er wird dieses Jahr 70 Jahre alt, ist Pastor und erst letztes Jahr in Rente gegangen und hat 5 Kinder usw.) Dann bin ich wieder losmarschiert und war schließlich erst um 16 Uhr zuhause! Aber ich hatte einen wunderbaren Tag.
Morgen ist “our day”, das heißt, die Kinder bringen alle ein paar Süßigkeiten mit und essen sie gemeinsam, dann bekommen sie gegen 11 Uhr ihre Zeugnisse.

Damit werden sie nämlich in die Ferien entlassen und ich werde dann direkt weiterfahren in die Eastern Region, denn dort ist über die Ostertage immer das Paragliding Festival und ich hoffe sehr, dass ich selbst auch zum Paragliden kommen werde! Ich halte euch jedenfalls auf dem Laufenden. Bis bald, eure Kira ❤️

März- die Zeit verfliegt so schnell!

Halli Hallo nochmal,
Nun bricht schon der 8. Monat herein, zwei Drittel meiner Zeit in Ghana sind schon um, doch was ist im März eigentlich alles so passiert? Ich habe das Gefühl, die Zeit rennt mir davon, da ich jetzt ein so klares Ende erkennen kann. Bisher dachte ich immer nur “bald habe ich die Hälfte geschafft” oder “Hmm, jetzt ist erst die Hälfte um”, aber seit Neujahr kommt es mir vor, als wäre die Zeit wie ein Fingerschnipsen verflogen. Aber was habe ich denn jetzt seit dem Musik Festival alles so erlebt?
Zu allererst hat uns die Lehrerin von Lorena alle zur Hochzeit ihres Bruders eingeladen!

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Von links: Josi, Ich, Lorena 🙂

Dieser ist Mitglied der Methodist Church und man konnte doch einige Unterschiede zu der Hochzeit in der Church of Christ erkennen, bei der ich letztes Jahr mit meinem Gastvater und Jonas war. Es wurde nämlich viel mehr getanzt und gesungen und gleich zweimal zur Kollekte aufgefordert. Der größte Unterschied war aber schon das Gebäude, denn es ähnelte tatsächlich einer deutschen Kirche mit Pult und Kanzel! Trotzdem gab es wie bei der Church of Christ keine Bänke, sondern auch wieder Plastikstühle, es passen vielleicht einfach mehr Leute rein… Bei der Predigt haben wir uns allerdings nur angeguckt und waren fast schon geschockt. Da hat der Pastor doch echt gesagt, dass Mann und Frau zu jeder Tageszeit wissen müssen, wo der jeweils andere ist, weil es ja peinlich wäre wenn jemand fragen würde und man es nicht wisse. Außerdem müssten beide den anderen auch immer um Erlaubnis fragen, wenn sie ausgehen wollen, auch wenn sie nur die eigene Mutter besuchen wollen. Dann kamen noch weitere sehr sonderbare Ratschläge zu einer funktionierenden Ehe und dann durfte sich das Brautpaar auch endlich küssen: was hier in Ghana übrigens etwas ganz besonderes und EINMALIGES ist, da man sich in der Öffentlichkeit (auch in einer Beziehung) niemals nahe kommen darf. Das gilt nämlich in der Gesellschaft als verboten! Im Anschluss an den Gottesdienst ging es in den Keller, wo es dann ein kleines Buffett für alle Gäste gab, die Torte feierlich angeschnitten wurde und “popping of champaign” zelebriert wurde! Auch eine Art Hochzeitstanz gab es, allerdings wurde von den Gästen nicht getanzt, was uns eigentlich so erzählt wurde. Um 15 Uhr konnten wir dann auch alle schon gehen…

Außerdem habe ich mir mal wieder Braids machen lassen, also laufe ich wieder mit Rastazöpfen durch die Gegend! Ich lieeeebe sie einfach 😀 Diesmal habe ich dunkelbraun und rot genommen und sie ganz normal Flechten und nicht Twisten lassen:

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 Tadaaaaa 😀

Das Wochenende darauf gab es gleich zwei Geburtstage zu feiern: Lisas und Nicholas’! Dafür haben wir uns dann alle (sprich um die 20 Freiwilligen aus Oda und Swedru) in Cape Coast im Oaisis getroffen, unserem Standard-Hotel, weil es mittlerweile einfach zu einem zweiten Zuhause für uns geworden ist. Der Inhaber Ali kennt uns auch alle persönlich und hat deshalb sogar für die beiden zwei richtige Kuchen in Accra gekauft! Zuerst haben wir also am Samstag Abend in Nicholas Geburtstag reingefeiert und sogar Macarena getanzt und eine Polonese gestartet. Es war wirklich schön, wirklich mit allen Freiwilligen so zusammen zu feiern!


Am nächsten Tag haben wir dann noch ganz viel Beachvolleyball gespielt und gegen 18 Uhr ein tolles Barbecue gegessen, das Ali wieder für uns organisiert hat mit gekochtem Gemüse, Fleisch in einer leckeren Soße und Kartoffelecken. Danach haben wir einen kleinen Verdauungsspaziergang zum Cape Coast Castle unternommen und uns davor auf die Felsen gesetzt, wobei die tolle Idee entstanden ist, dass ich mir am nächsten Morgen an genau dieser Stelle den Sonnenaufgang angucken wollte: gesagt, getan 😀
Um Mitternacht haben wir dann alle auf Lisa angestoßen und den leckeren Schokokuchen gegessen und nach ein paar Runden Kartenspielen sind wir dann auch alle schon ins Bett verschwunden.

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Am nächsten Morgen habe ich mir dann tatsächlich den Sonnenaufgang angeschaut und wurde von Erik (einem der Rastas aus den Souvenir-Shops) gewarnt, dass es dort gefährlich sei, weshalb er mich dann netter weise begleitet hat.

Danach habe ich mich allerdings wieder schlafen gelegt und gegen 10 Uhr haben wir alle erst gefrühstückt. Dann sind auch so langsam alle wieder aufgebrochen. Ein schönes verlängertes Wochenende also.

Am nächsten Morgen (28.03.) sind Josi und ich dann ganz normal zur Schule gelaufen, waren um Punkt 8 Uhr da und ganz Asafo war wie ausgestorben. Niemand war in der Schule, alles war abgeschlossen und deshalb habe ich erstmal den Headmaster angerufen. Der hat und dann gesagt, dass wir die ganze Woche keine Schule haben, da wohl eine Bande durch Asafo läuft und die Klassenräume verwüstet und die Lehrer deshalb jetzt streiken würden. Hinterher haben wir erfahren, dass das die Repetition Week vor den Exams war und die Lehrer wohl deshalb keine Lust auf Schule hatten, ob das stimmt, weiß aber keiner. Josi und ich sind daraufhin jedenfalls wieder zurück gelaufen, haben uns einen entspannten Tag zuhause gemacht und uns dazu entschieden, am Mittwoch nach Winneba an den Strand zu fahren.
Dort haben wir dann auch Hanna und Nathalie getroffen, die nach der Schule dann zu uns an den Strand gekommen sind und eine Gruppe von Jungs hatte eine Weile mit Josi gequatscht und dann haben sie uns plötzlich alles mögliche ausgegeben. ZB für jeden eine Ananas und für jeden 2 Fleischspieße und am Ende haben sie Josi und mich sogar noch mit zurück nach Swedru genommen! Das war wirklich super entspannt und es hat sie gar nicht gekümmert, dass wir uns hinten die ganze Zeit auf deutsch unterhalten haben.
Wir wollten dann aber trotzdem nicht den Rest der Woche in Swedru festhängen und so sind wir direkt am Donnerstag wieder zurück nach Cape Coast gefahren! 😀 Der Ali hat sich gefreut, wir konnten uns am Strand so richtig gut entspannen und haben am Abend noch ein tolles Volleyballmatch gespielt. Am Abend habe ich dann noch Hanna, Alina und Nele kennen gelernt, mit denen ich am nächsten Morgen unbedingt Joga machen wollte, doch das haben wir dann leider nicht mehr geschafft, weil wir die Nacht doch noch ganz gut zum Tag gemacht haben! Das haben wir aber dafür am Samstag morgen dann nachgeholt und es war unglaublich schön. Wir haben uns die Bastmatten an den Strand gelegt und Hanna hat uns dann durch die verschieden Posen geführt, während die Sonne über uns aufgegangen ist.
Am Samstag war ja dann der 1. April und deshalb ist am Abend dann eine Tanzgruppe namens “Culture” aufgetreten, die erst so etwas, wie modern Dance (Geschichten erzählend) zu der Trommelmusik aufgeführt haben, dann aber auch ein paar coole “Drums Alice” Stücke mit drin hatten, bei denen sie synchron getrommelt haben und um die Trommeln herum getanzt haben.
Es war also wieder ein super schönes Wochenende!!

Das Wochenende danach bin ich dann zu Natha und Hanna nach Winneba gefahren, weil Hanna Eierfarben geschickt bekommen hatte und wir ein vorgezogenes Osterfest feiern wollten. An den eigentlichen Ostertagen will ich ja zum Paragliding Festival…! Deshalb haben wir dann am Samstag (08.04.) erst Nudeln mit Käsesoße gegessen, dann die 20 Eier gefärbt und bemalt mit weißem Zauberstift und schwarzem Edding und ich war total in meinem Element! Das ist für mich genau so etwas schönes, wie das Kekse backen in der Weihnachtszeit, weil es einfach so gut tut, sich Zeit für etwas “handwerkliches” zu nehmen und sich bei ein bisschen Musik zu entspannen. Zum Abend gab es dann unser traditionelles “Oma-Osteressen”, sprich Kartoffelknödel mit Rotkohl und Pilzsoße! Nur den Hasen oder das Wild konnten wir hier in Ghana natürlich nicht dazu machen.
Somit habe ich aber auch ein wenig Osterfeeling gehabt.

So, jetzt reicht es aber langsam mal, gute Nacht und bis demnächst.
Eure Kira 😊

Asa Baako – Busua Musik Festival

Hallo meine Lieben,

Die letzten Wochen waren für mich sehr erholsam und ich war sehr viel unterwegs, deshalb kommt jetzt etwas sehr verspätet erst der Blogeintrag zum Independence Day (06.März), den ich mit Liv und Josephine auf dem Music Festival in Busua verbracht habe:

Wir sind am Samstag (4.3.) ganz früh morgens um 4:30 Uhr an der Metro Mass Station gewesen und haben den Bus nach Tokoradi genommen, der tatsächlich schon um 5:20 Uhr losgefahren ist. Von Tokoradi (einer sehr großen Handelsstadt) aus, ging es dann mit dem Trotro weiter nach Agona (nicht zu verwechseln mit Agona Swedru!) und von dort aus mit dem Taxi nochmal 20 Minuten nach Busua, bei dem wir uns auch noch zu viert hinten rein quetschen mussten… Damit waren wir zwar erst einmal angekommen, stellten aber bei Ankunft in unserem, 2 Monate vorher schon reservierten, Hotel fest, dass es wohl nur Doppelbuchungen gab und kein Zimmer mehr für uns frei war. Wir trafen dann aber glücklicherweise einen Typen aus Holland, der mit seiner ghanaischen Frau in Busua wohnt und dieser hat für das Festival auch 5 Zimmer vermietet, von dem noch eins frei war. Also hatten wir doch noch Glück im Unglück, denn ganz Busua war aufgrund des Festivals wirklich so überfüllt mit Freiwilligen, dass es kaum noch Hotels gab, die freie Zimmer hatten! Nachdem wir uns also häuslich eingerichtet hatten, gönnten wir uns erstmal ein Bierchen am Strand, der unglaublich schön ist und schlenderten ein bisschen an den vielen Ständen mit Essen oder ghanaischer Kleidung und Mitbringseln entlang, die an der ganzen Bucht aufgestellt waren. Es waren wirklich Menschenmassen von Obronis (Weißen) unterwegs und überall wurde auch schon Musik gespielt. Am Strand lief auch eine Gruppe von Musikern entlang, die von einer Traube Kinder verfolgt wurden, die tanzten und deren Gesichter bemalt waren.
Abends haben wir uns dann an einem der vielen Stände etwas zu essen geholt und sind dann wieder zur Scorpion Hill Lodge gegangen, wo wir unter Palmen und barfuß im Sand zu wirklich guter Musik noch ganz viel getanzt haben! Es gab auch total leckere Cocktails in Kokusnüssen und Hängematten direkt am Meer, sodass auch genug Zeit zur Erholung blieb. Es war ein wirklich schöner Abend.
Am nächsten Tag sind wir dann an den Strand gegangen und waren gaaaaanz ganz viel schwimmen, denn Busua liegt in einer großen Bucht, sodass die Wellen nur ganz klein sind (verglichen zu den Wellen in Cape Coast und Winneba und auch sonst überall!!). Das haben wir unglaublich genossen, weil wir uns sogar mal im Wasser entspannen konnten und nicht immer aufpassen mussten, nicht von der nächsten Welle mitgerissen zu werden.

Nachmittags bin ich dann mit 10 anderen Freiwilligen (alles Swedru Leute) mit einem der Fischerboote raus zur Insel gefahren, wo sie uns abgesetzt und eine Dreiviertelstunde wieder abgeholt haben!

Auf der Insel gab es auch nicht wirklich was zu sehen, da es wirklich nur ein ganz kleines Fleckchen Land war, aber die Fahrt dorthin war ein wahres Abenteuer, weil das Boot unglaublich stark geschwankt hat und wir uns mit aller Kraft festhalten mussten, um nicht zur Seite rauszufallen! Ich glaube, wir waren alle froh, danach wieder sicher am Strand angekommen zu sein.
Am Abend stand dann die Dschungelparty, das groß angepriesene Highlight, an. Liv, Josephine und ich haben viel zu deutsch gedacht (naja eigentlich nur nicht auf die Uhr geachtet) und sind schon um 21 Uhr an der Location angekommen, dort hatte der Einlass aber noch gar nicht angefangen, da es ja erst um 21 Uhr losgehen sollte.. Gegen 22 Uhr wurden wir dann hereingelassen, haben uns erstmal ein wenig umgeschaut und nett gemacht war es schon. Überall zwischen den Palmen hingen bunte Lampions und auch der DJ machte sich so langsam auf seiner Bühne bereit.

Es füllte sich auch so nach und nach und nach einiger Zeit war die Party dann im Gange… Bis Ca. 24 Uhr, da gab es einen großen Stromausfall, der auch noch bis halb 2 andauerte! Aber da wir ja in Ghana sind, haben wir darunter gar nicht so sehr gelitten, denn es wurden promt 3 große Trommeln rausgeholt und der Mann auf der Bühne hat immer verschiedene Lieder angestimmt, in die dann die Ghanaer mit eingestimmt haben! Irgendwann war auch der Strom wieder da, aber gerade dieses “kulturelle Erlebnis” fand ich besonders toll! Zwischendurch haben wir dann auch noch mit einem Battle im Huula Hoop Reifen drehen gemacht und Limbo unter dem Reifen und es sind sogar ein paar betrunkene Idioten auf die Idee gekommen, durch den Reifen durchzuspringen! Und das erstaunlich gut 😀 Zurück zum Hotel sind wir dann auch auf eine lustige Art und Weise gekommen. Und zwar zu 8. hinten auf einem Pick up, womit wir uns gleichzeitig auch noch das Taxifeld gespart haben! 👍🏼
Am nächsten Tag bin ich dann mit einem höllisch schmerzenden Gesicht aufgewacht, weil ich mir einen totalen Sonnenbrand geholt hatte! Ich hab mich nämlich die letzten Monate auch nie eingecremt und hatte das deshalb natürlich gestern auch nicht gemacht… Aber wie ja jedes Kind weiß: aus Fehlern lernt man und ich werde mich jetzt trotzdem wieder eincremen! Auch wenn ich die Monate davor auch immer ohne ausgekommen bin 🙂
Heute haben wir uns aber wirklich nur ganz entspannt an den Strand gelegt und haben den Jetski Fahrern zugeguckt, denn das kann man hier für relativ wenig Geld machen. Abends wollten wir dann eigentlich noch einmal in die Scorpion Hill Lodge, aber dort war schon alles zu, weshalb wir dann den Strand entlang spaziert sind und ein Lagerfeuer gefunden haben. Da haben wir uns dazugesetzt und nach einiger Zeit haben auch wieder zwei Ghanaer ihre Trommeln ausgepackt und drei weitere haben lustige Lieder angestimmt und wir hatten einen super schönen Abschluss vom Musik Festival.

imageEs lohnt sich auf jeden Fall!

See u soon,
Eure Kira!

Geburtstagsbesuch in Accra

Hello again, hab euch doch gesagt, ihr hört bald wieder von mir 😉

Am Sonntagmorgen um 6 Uhr machte ich mich direkt wieder auf den Weg und fuhr nach Kasoa, wo ich mich mit Evelyn und den Kindern bei ihren Eltern traf und gemeinsam mit ihnen frühstückte. Dann ging es zur Kirche (Methodist Church) und ich fand es wirklich nett, wie sie dort immer erst eine Stunde lang singen und tanzend durch die Kirche laufen! Auch die Predigt habe ich dieses Mal verstanden, weil das Mikrofon nicht ganz so übersteuert war… Hinterher sind wir wieder in ihr eigenes Restaurant gegangen, wo ich ein zweites Mal in den Genuss des leckersten Fisches auf Erden kommen konnte! Tilapia vom Grill! (Das letzte Mal war ich ja hier mit Jonas, denn Evelyn war früher einmal die Gastschwester seiner Mutter). Wohin wir auch kamen, sie stellte mich immer mit den Worten vor “Hello, this is Kira, my niece. No questions please!” 😄 Sie ist echt eine süße!! Auf dem Weg zurück haben wir gemeinsam ABBA Lieder gesungen und sind abends dann vor dem Fernseher eingeschlafen. Am Montag ging ich dann mit ihrem Sohn Samuel zur Schule, denn es war sein Geburtstag! Zunächst einmal war ich geschockt von dem Unterschied zwischen dieser und meiner Schule in Swedru! Anstelle von Tafeln hatten sie bereits White Boards, es gab richtige Tische und Stühle, ja sogar Ventilatoren in jeder Klasse! Außerdem bieten sie nicht nur den normalen Schulabschluss an, sondern man kann sogar im Anschluss an die Primary School noch an eine International School gehen und dort den britischen Schulabschluss machen… Es gibt auch einen Musikraum und ein Computerlab und einen richtigen Spielplatz auf dem Pausenhof! Es ist aber eben auch eine Privat School in Accra, das heißt die School Fees sind extrem hoch und die Schule muss etwas zu bieten haben, da die Konkurrenz so hoch ist. Mit der Klassenlehrerin Nancy habe ich mich auch unglaublich gut verstanden und während der großen Pause wurde dann gefeiert: Jedes Kind bekam ein Stück des rieeeesigen Kuchens mit “Sammy @ 10 ” darauf und dazu noch kleine Snacks und Getränke! imageEs wurde schön gesungen und dann wurden die Kinder auch schon in die Pause entlassen. Ich wurde dann mit Fragen bestürmt und musste ab und zu schon ziemlich Lachen. Ein Kind fragte zum Beispiel, ob ich nach Ghana gekommen wäre, weil Trump Präsident geworden ist! 😀

Wir nahmen dann direkt noch zwei Freunde von Sammy mit, denn es war ein Sleepover geplant mit allem was dazu gehört! Ein super leckeres Essen, eine PlayStation 3 und FIFA! Was gibt es schöneres für einen frischgebackenen 10 jährigem Jungen? 🙂 Man muss aber auch hier wieder dazusagen: Accra ist einfach eine andere Welt und Burma Camp (das Military Gelände, auf dem die Familie wohnt), erst Recht! Wir hatten wirklich viel Spaß und ich habe noch mit Evelyn ausgemacht, dass ich über die Osterzeit gerne mal bei ihr im Krankenhaus hereinschnuppern würde! Ich hoffe sehr, dass das klappt 🙂

Am Dienstag war ich noch im Schwimmbad und habe abends mit den Kiddis das Spiel ausprobiert, dass ich Sammy zum Geburtstag geschenkt hatte. Dann ging es wieder nach Hause und direkt in die Schule!

Bis bald

Eure Kira ❤️

 

 

 

Workcamp in Kwesikum

Hallo meine Lieben,

Die letzte Woche hat mich sprachlos gemacht. Ich habe Menschen getroffen, deren Leben mich fasziniert hat. Menschen, deren Leben nach anderen Mustern verläuft, als man es sich in Deutschland auch nur ansatzweise vorstellen kann. Diese 7 Tage gehören zu den eindrucksvollsten Momenten, die ich bisher erlebt habe.

Wir – das heißt alle 16 IGI Freiwilligen – waren für eine Woche in einem kleinen Dorf im Agona East District (Kwesikum). Das liegt mit dem Trotro etwa eine halbe Stunde entfernt von Swedru. Auch wenn das nicht weit klingt, war es doch eine ganz andere Welt. Kein Strom, kein fließend Wasser, kein „richtiges“ Klo. Für uns vielleicht ein Abenteuer, für die Menschen in diesem Dorf der Alltag.

Wir Mädchen schliefen jeweils zu sechst in zwei kleinen Räumen auf Matratzen auf dem Boden, die Jungs campten auf dem IGI Land. Viel Platz blieb uns da nicht, aber wir wollten uns ja auch nur zum Schlafen dort aufhalten. Und schon beim Aufhängen der Moskitonetze mussten wir erfinderisch werden, weil in der Wand nicht so viele Nägel waren und somit befestigten wir eine Leine quer durch beide Räume, an der wir dann die Netze aufhingen. Im selben Gebäudekomplex befand sich auch unser Bad und Klo (ein und dasselbe…), denn ein Ca. 2x2m großer Raum mit einem Loch in der hinteren Wand diente uns zugleich als Urinal und als Waschraum (Dusche), wodurch es leider auch etwas unangenehm roch.

Für das größere Geschäft hatten wir ein tiefes Loch mit Holzbalken darüber auf dem Camping Gelände. Duschen tut man hier im Dorf übrigens, indem man einen Eimer mit Wasser füllt und es sich dann mit einer großen Kelle nach und nach über den Kopf gießt. Diese Eimerdusche ist auch für uns mittlerweile schon zur Gewohnheit geworden, denn auch in Swedru gibt es manchmal Probleme mit der Wasserversorgung. Anders ist hier allerdings die Wasserbeschaffung: man geht mit großen Eimern zum “Water fetching” zu der Pumpe und trägt dann das Wasser auf dem Kopf nach Hause. Nachdem wir gesehen hatten, dass die Kinder aus dem Dorf andauernd losliefen, um für uns Freiwilligen das Badewasser zu holen, beschlossen Pauline, Josephine und ich, dass es so nicht weitergehen kann und wir liefen am Montag nach der Schule selbst mal mit und gerieten prompt in einen fetten Regenschauer, denn an der Pumpe muss man manchmal schon so eine halbe Stunde warten, weil viele Familien Wasser brauchen! So wurde das Wassertragen aber zum Vergnügen und wir liefen pitsche patsche nass noch ein weiteres Mal los! Dann wurde es allerdings zu kalt und wir kuschelten uns nach einer Dusche erstmal in unsere dicken Pullis…

Da wir Sonntagabend angereist waren, gingen wir alle recht schnell ins Bett. Am nächsten Morgen wurde dann ausgelost, wer in welche Schule kommen würde. Zur Auswahl standen die dorfeigene Grundschule und JHS (bis Klasse 9) und die der umliegenden Dörfer Kwesipenti und Duabone. Ich kam mit Pauline, Josi (meine Schulpartnerin in Swedru) und Lena nach Duabone und wir wurden sehr überschwänglich begrüßt und nett aufgenommen. Die ersten Tage übernahmen wir von Zeit zu Zeit mal eine Klasse, aber am Ende entschieden sich Pauline und ich dazu, lieber unsere Vorträge über Malaria Prevention und Teenage Pregnancy zu halten, die wir für die Abende im Dorf vorbereitet hatten. Zum Abschied bekamen wir sogar super süße Armbänder geschenkt und wurden jeden Tag lecker bekocht!

Nachmittags standen verschiedene Dinge an, doch meistens hatten wir frei und wurden von den Kindern aus dem Dorf umringt! “Madam Kira, Dance with us!!!” Wie kann ich auch nein sagen, wenn mich 20 große Kinderaugen anstrahlen? Ich habe also ein Shatta Wale Lied angestimmt und los ging es, die Kinder Übernahmen und sangen ein Lied nach dem anderen. Sie brachten mir auch kleinere Lieder bei und waren einfach echt happy! An einem anderen Nachmittag haben Nathalie und Jana uns und den Kindern gezeigt, wie man aus bunter Wolle Armbänder knüpft oder wir haben mit Ihnen im Hof gesessen und gemalt oder herumgeturnt!

An einem Tag ging es zu Fuß in ein noch kleineres Dorf. Ich hatte Spenden gesammelt und 100 Mückennetze gekauft, von denen wir die Hälfte noch an andere Dörfer verteilen wollten. Schon der Weg dorthin war wunderschön. Der Weg war mitten in der Natur und es gab jede Menge Palmen, Bäume, Büsche und Gräser. Die Dorfbewohner freuten sich sehr über die Netze.


Auf dem Rückweg trafen wir noch drei ältere Frauen bei der Cassava Ernte und ich ließ Williams auf Fante fragen, ob bei es bei Ihnen auch noch Bedarf an Netzen gäbe. Sie freuten sich riesig und gaben mir als Dankeschön auch noch ein paar Cassava-Wurzeln mit! Langsam gewöhne ich mich daran, schwere Sachen auf dem Kopf zu tragen…

An den Abenden fanden jeweils die Präsentationen von einigen Freiwilligen statt, die Lawrence oder Williams parallel in Fante übersetzt haben. Es ging um verschiedene Themen wie Malaria (von mir) oder Gesundheit im Allgemeinen und Joséphine und Pauline hielten einen Vortrag über teenage pregnancy. Sie hatten sogar ein Kondom mitgebracht, das David über eine Kochbanane ziehen durfte. (Die sind übrigens um einiges größer als normale Bananen…)

Am Samstag war der letzte Tag unseres Camps. Da keine Schule war, ging es für uns alle zu einer Kakao-Farm! Dorthin mussten wir allerdings erst einmal 20 Minuten laufen… Die Ernte stand an und so schlugen wir mit Macheten Kakaobohnen von den Bäumen, luden sie in Säcke und brachten sie zur Sammelstelle. Da wir das drei Stunden lang machten und kein Trinkwasser dabei hatten, wurde diese Aktion ziemlich anstrengend. Das Gebiet war wirklich groß und schien gar kein Ende zu nehmen, es war aber auch spannend, mal etwas völlig anderes zu machen und zu sehen, wie viel Arbeit eigentlich hinter einer solchen Kakao-Bohne steckt. Anschließend mussten die Kakaobohnen noch geöffnet und die Kerne rausgepult werden. Dafür hockten wir uns alle auf den Boden und befreiten die klebrigen Kerne aus ihrer Hülle, indem die Männer die Früchte aufschlugen und wir sie heraustrennten. Nebenbei konnten die Kerne natürlich auch abgelutscht werden, das ist immer lecker…!

Nach insgesamt fünf Stunden ging es für uns zurück zum Dorf. Wir hatten schon am Tag davor mit der Vorbereitung für eine Palmnutsoup angefangen, denn es sollte Fufu geben. Doch es dauerte trotzdem schier eine Ewigkeit, bis wir endlich essen konnten. Das Warten hat sich aber gelohnt, denn es war wirklich super lecker!

Etwas geschafft waren wir dann gegen 19 Uhr alle zurück in unseren Häusern (naja die Akim Oda und die Winneba Leute etwas später).

Ich melde mich bald wieder, haltet die Ohren steif und bis dann 😘❤️

Eure Kira 💁🏼

Etwas alltägliches – mein Schulalltag

So und nun nochmal etwas über meine Zeit in der Schule:

Heute habe ich es endlich geschafft, dass Mr. Edu den lieben Frederick nicht mehr mit dem Stock schlägt: Ich habe morgens schonmal mit einem kleinen Diktat angefangen (10 englische Wörter), weil Mr. Edu zu spät zur Schule kam… Normalerweise werden die Kinder, die nur 4 oder weniger Wörter richtig haben, mit 1-3 Schlägen bestraft (je nachdem wie viele Wörter sie haben). Da Frederick allerdings schielt und nicht richtig sehen und deshalb nicht schreiben kann, hat er eigentlich immer alles falsch und dieses Mal habe ich Mr. Edu ganz beiseite genommen und meinte, dass Frederick doch daran auch nichts ändern kann und habe ihn gefragt, was speziell bei ihm denn das schlagen bringen soll! Denn wo soll Freddi hier seine Augen testen lassen oder gar eine Brille herbekommen, die seine Sehschwäche behebt? Manchmal verzweifle ich doch echt am Möglichkeitenmangel und würde ihm so sehr wünschen, dass er in Deutschland geboren wäre oder dass es hier einen besseren Standart gäbe… Auf jeden Fall ist der Lehrer daraufhin in die Klasse gegangen, hat sie gefragt, ob sie das auch so sehen und sie waren zum Glück alle einverstanden. Also wird Freddi nicht mehr geschlagen!

Zum generelle Schulalltag: Normalerweise komme ich um 8:00 in der Schule an und warte auf das Assembly. Danach gehe ich mit den Schülern in die Klasse und wenn Mr. Edu schon dort ist, korrigiere ich die Hausaufgaben oder das Dictation oder das Math mental (oder alles :D), das er dann mit den Schülern macht. Meistens kommt er allerdings eine halbe Stunde bis Stunde zu spät und dann ist es meine verantwortungsvolle Aufgabe Reading comprehension mit der 6. Klasse zu machen, weil leider Ca. die Hälfte der Kinder immer noch nicht lesen können!! Mit denen, die es gut hinbekommen, gehe ich dann immer noch ein paar Fragen zum Text durch und auch in den Pausen kommen ab und zu mal Schüler, die gerne noch mehr mit mir lesen würden. Das finde ich immer unglaublich süß 🙂

manchmal gehe ich aber auch einfach noch Matheaufgaben mit ihnen durch oder mache halt Dictation mit Ihnen, weil sie ja dann meistens ohne Bestrafung davon kommen.
Hart ist es für mich immer noch, wenn ich meine Lieblinge trösten muss, weil beim Assembly wieder zu hart geschlagen wurde oder 1. Klässler in der Pause zu Mr. Edu gebracht werden, damit er sie für irgendein Fehlverhalten die ganze Pause Knien lässt… Trotzdem traue ich mich jetzt auch mehr und hoffe, dass ich noch ein bisschen aktiver werden kann! Denn es gibt immer auch Tage, an denen ich die ganze Zeit nur herum sitze und korrigiere. Ein Schultag geht immer bis 14 Uhr und von 12-13 Uhr ist große Mittagspause, in der die Kinder ihr Lunch bekommen. Mr. Edu und ich essen meistens zusammen in der Klasse, weil er oft die Zutaten für spezielle Gerichte mit zur Schule bringt und dann von einer Köchin extra zubereiten lässt. Hier zB Cassava Ampesi mit Contombre Stew (ähnelt ein kleines bisschen gekochten Kartoffeln mit Spinat):

Zur Zeit sind 24 SchülerInnen in meiner Klasse und eigentlich schaffen sie es nie alle, die Richtige Schuluniform zu tragen… (Das hatte ich am Anfang mal erwähnt: Montags und Dienstags ist blau/weiß, mittwochs und donnerstags ist das Muster und Freitags ist La Cost angesagt). Wenn sie eine Antwort sagen sollen, müssen sie dazu aufstehen und laut und deutlich reden und ich habe sie alle ins Herz geschlossen. Micheal ist zB schon 15 Jahre alt und trotzdem in der sechsten Klasse, weil seine Mutter zu viele Kinder hat, um allen gleichzeitig die Schule zu finanzieren und er deshalb später eingeschult wurde. Denn jetzt arbeitet er nachmittags immer als Verkäufer von Meat Pies auf dem Mandela Market (bzw. vor dem Melcom, wenn kein Markttag ist), indem er sie auf dem Kopf umher trägt (open market…). So verdient er sich quasi sein eigenes Schulgeld. Patience hat eine unglaunlich süße kleine Schwester (Stella), die manchmal einfach so in den Klassenraum gelaufen kommt und Millicent ist ein total schlaues Mädchen, das mich von den Kommentaren her machmal an mich erinnert. 😀 Frank hat die schönste Schrift der Klasse und kann wirklich gut zeichnen, sodass er oft auch mal an der Tafel etwas anmalen darf und Emmanuel ist Linkshänder, was hier als was ganz besonderes angesehen wird, da man die linke Hand selbst ja eigentlich nie benutzt!

Wir haben 6 primary, 3 Kindergarden und 5 JHS Lehrer an unserer Schule, mit denen ich eher nichts zu tun habe, denn sie sind alle älter und nicht wirklich interessiert an uns Volunteers… Hier ein Foto der “Crew”:

Mit besten Grüßen ins eisige Deutschland 🙂
Eure Kira

Sportsweek 23.01. – 28.01.

Hallo gleich nochmal!
Für mich ging die Schule nach dem Zwischenseminar immer noch nicht los, da es für meine Schule hieß: “SPORTSWEEK!” Das heißt, die Kinder, die nicht für unsere Schule bei den großen Wettbewerben mitmachten, hatten frei und wir fanden uns jeden Tag auf dem riesigen Gelände der Schule Swedru Senior Highschool (SWESCO) ein, um bei der Veranstaltung zu helfen oder zuzuschauen. Am Montag und Dienstag wurden die Leichtathletik- Wettkämpfe ausgetragen und wir Freiwilligen wurden hauptsächlich als Timekeeper gebraucht, da uns am meisten getraut wurde, dass wir nicht schummeln. Anscheinend gab es da die Jahre vorher immer ziemlich viel Stress 😀 Wir waren dann aber schon ganz schön überrascht, dass sie auch wirklich jede einzelne Running Distance laufen müssen! 100m, 200m, 400m, 800m, 1000m, 3000m, 5000m und Staffel auf 2 Distanzen! Bei 20 Schulen gab es dann auch noch jeweils 2 Starter in Primary weiblich, Primary männlich, JHS weiblich und JHS männlich, sodass das ganze wirklich Ewigkeiten gedauert hat. Außerdem gab es noch Hochsprung, Weitsprung, Dreisprung, Kugelstoßen und Speerwurf (mit Stöcken).
Da es allerdings den ganzen Tag über in der prallen Sonne statt fand, sind die Kinder teilweise umgekippt und konnten nicht mehr oder haben, im Ziel angekommen, hyperventiliert… Deshalb haben wir irgendwann angefangen Waterpacks zu kaufen, um die den Kindern zu geben, denn die “Trainer” haben manchmal einfach unglaublich beschissen reagiert und wenn das Kind nur vierter geworden war, wurde es halt liegen gelassen, weil es eben nicht erster war…! Es sind halt doch nochmal andere Bedingungen als bei Sportfesten in Deutschland! Überall liefen Verkäufer mit Bofroits, Groundnutcakes, Eis oder anderen Leckereien auf dem Kopf herum (Open market – wie sehr ich ihn liebe) und wir blieben jeden Tag so von 10 bis 16/17 Uhr.
Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag wurden dann Fußball, Volleyball und Netball (eine Abwandlung vom Basketball) gleichzeitig gespielt und wir Freiwilligen mussten immer umherlaufen, um unsere Schulteams zu entdecken. Da gab es dann keine Aufgaben mehr für uns und somit blieben wir meistens auch nicht den ganzen Tag… Spaß hatten wir trotzdem und es war eine coole Erfahrung.

Bis bald,
Eure Kira