Reise durch die Volta- Region

Soo, da bin ich mal wieder:
Diesmal möchte ich euch von meiner Reise durch die VoltaRegion erzählen, bei der wir wirklich unglaublich viel erlebt und gesehen haben. Es ging für mich ja von Nkawkaw aus zurück nach Koforidua und dann wieder hoch nach Ho, da ich ja den Voltasee umfahren musste. Dort bin ich gegen 17 Uhr am Montag (17.04.) angekommen und habe mich mit Hanna und Nathalie (aus Winneba), Nora (aus Swedru), Hannas Freundin Tabea und Jana (aus Akim Oda) im Kekeli Hostel getroffen. Dort hatten wir Dorm-Räume (einen mit drei und einen mit vier Betten), sodass es eigentlich gar kein Dorm war 😀 Nachdem wir uns in der Stadt noch Indomie (Instant-Nudeln mit Gemüse und Ei angebraten) als Abendessen geholt hatten und zurück im Hotel waren, haben wir sogar noch Pauline, Liv und Josephine getroffen, die ja auch auf dem Paragliding Festival waren und weiter reisen wollen nach Togo 🙂
Am nächsten Morgen haben wir uns dann alle gemütlich in ein Zimmer gesetzt und die Avocados mit dem Brot gegessen, das wir am Vortag noch gekauft hatten. Da war die Campingausrüstung auch wieder sehr nützlich, denn so ein Messer dabei zu haben, ist wirklich praktisch!
Gegen 9 Uhr machten wir uns schließlich auf den Weg zur Trotro-Station und suchten uns dort ein Taxi, das uns nach Amedzofe brachte, das höchste Bergdorf Ghanas. Das war ein ganzes Stück Fahrt und somit fand ich auch die 7 Cedi pro Person ganz angemessen! Oben angekommen, haben wir erstmal im Touristenzentrum 10 Cedi Eintritt bezahlt, um auf den Berg wandern zu dürfen, an dessen Spitze sogar ein Gipfelkreuz steht. Danach ging es auch schon los und wir sind nach Ca 20-30 Minuten schon oben angekommen! Der Ausblick war der Wahnsinn!! Wir waren wirklich auf der höchsten Spitze und konnten aufs Dorf hinuntersehen und in allen Himmelsrichtungen gab es ein weiteres wunderschönes Stückchen Natur zu sehen. Daraufhin beschlossen wir, das dies der perfekte Ort ist, um ein kleines Fotoshooting zu starten, da auch die Temperatur und der Wind unglaublich angenehm waren.

Außerdem wimmelte es nur so von Schmetterlingen und anderen Insekten, ich habe echt noch nie so viele verschiedene Schmetterlinge auf einem Haufen gesehen. Nach unseren Bildern haben wir dann auch noch gepicknickt, denn Tabea hatte sogar Prinzenrollenkekse aus Deutschland mitgebracht !! Das war einfach so eine wundervolle Belohnung! Danach machten wir uns wieder auf den Rückweg und mussten erstmal diskutieren, was wir als nächstes machen wollen, denn Natha und ich wollten auch gerne noch zum Wasserfall im selben Ort, den anderen war aber die Kletterei zu anstrengend. Deshalb warteten sie in Ort auf uns, während wir zu zweit mit unserem Guide losmarschierten und schnell merkten, dass die besagten 10 Minuten Weg doch eher einer halben Stunde entsprachen. Am Ende mussten wir dann ein ganzes Stück bergab klettern und konnten uns dabei zum Glück an Seilen festhalten, denn es ging ganz schnell steil herunter…

Aber unten angekommen, hatte sich die Wanderung gelohnt und auch schon der Weg selbst war einfach super schön. Wir sind dann so dicht wie möglich an den Wasserfall herangeklettert und haben sogar fast geduscht, denn hinterher waren wir klitschnass… Spaß gemacht hat es aber auf jeden Fall.

Zurück bei den Anderen waren wir dann um 14 Uhr und haben sogar einen Privatmann gefunden, der uns bis nach Tafi Atome (kleines Dorf mit Monkey sanctuary) gefahren hat! Natha und ich sind direkt eingeschlafen und erst wieder aufgewacht, als wir angekommen waren, weil wir einfach so kaputt von den Wanderungen waren. In Tafi Atome haben uns dann zwei junge Guides in Empfang genommen, die gerade die Senior High angeschlossen hatten und nun im Monkey Sanctuary arbeiteten. Die waren auch beide total nett und haben uns zu dem Homestay gebracht, in dem wir die Nacht verbringen wollten. Das heißt, dass wir bei einer Familie aus dem Dorf geschlafen haben, die drei Zimmer als Gästezimmer hergerichtet haben und durch die Vermietung von diesen ein bisschen Geld verdienen. Es ist immer ein bisschen merkwürdig dann im Wohnzimmer von fremden Leuten zu stehen, aber das Haus gehörte ohnehin einem älteren Ehepaar, das wir selten gesehen haben. Dann haben sie uns auch mitgenommen in eine Chop Bar, da wir noch nichts zu Abend gegessen hatten und dort haben wir uns dann ein Bierchen gegönnt, während wir aufs Essen gewartet haben, und haben Karten gespielt. Es dauerte dann auch tatsächlich fast 2 Stunden bis wir unseren Reis mit Stew und Ei bekommen haben, wir waren aber dann trotzdem um 19 Uhr wieder im Homestay und die beiden Guides sind nochmal vorbei gekommen und haben uns Geschichten (Fabeln) über Tiere erzählt, aus denen wir dann die Moral herausfinden sollten. Auch wir haben ihnen welche erzählt, dann haben sie uns aber auch wieder allein gelassen, da wir am nächsten Tag um 6:30 in den Wald gehen wollten, um die Affen zu finden!

Am Mittwoch sind wir dann also sehr früh aufgestanden und haben uns mit den Guides vor dem Touristen Center getroffen. Von dort aus ging dann die Tour quer durch den ganzen Wald los, bei dem wir auch wieder verschiedene Bäume gesehen haben, wie zB einen Baum, der sich um eine Palme herum geschlungen hatte (in Boabeng-Fiema bin ich in einem genau solchem Baum hochgeklettert) und die Guides haben immer wieder komische Rufe ausgestoßen, um die Affen anzulocken. Nach knapp einer Stunde hatte ich dann schon fast die Hoffnung aufgegeben, als Williams den anderen Guide Paul zurückrief und eine Gruppe von Mona Affen gefunden hatte. Dann begannen wir, sie zu füttern und sie waren wieder nur ganz wenig scheu und sind auf uns herumgeklettert, als wären wir selbst Bäume. Wenn wir die Bananen zu fest hielten, haben sie sogar mit ihren kleinen Händen unsere Finger genommen und von der Banane weggebogen, wobei auch sehr lustige Bilder entstanden sind 😀 Es war jedenfalls wieder ein wunderbares Erlebnis diese Tiere in freier Natur und dazu noch so friedlich erleben zu können.


Anschließend sind wir zum Homestay zurück gegangen und haben schonmal alle Sachen zusammengepackt, weil unsere Reise direkt weiter in eines der benachbarten Dörfer gehen sollte. Dafür hatten uns die Guides am Dienstag der Herren von der Chop bar organisiert, der uns auf dem Trisicle dann ins Kente Village Tafi Abuife gefahren hat. Das Dorf war sogar noch kleiner und man hat sofort das Touristenbüro gefunden, da es in total coolem Design und wunderschönen Farben angemalt war. Die Inneneinrichtung fehlte bis auf ein paar Plastikstüle komplett, aber der nette Herr versicherte uns, dass sie wohl gerade daran arbeiten würden. Wir mussten dann mal wieder ein bisschen was für die Tour bezahlen und dann ging es los: im ganzen Dorf standen ganz viele Webstühle und man sah von überall die bunten Grundfäden herausragen! Er erklärte uns, dass viele Familien ihre eigenen Weber hätte, die das dann quasi direkt neben ihrer Haustür machen und nur in den großen Hallen wären Weber aus verschiedenen Familien. Die Grundfäden sind an einem großen Stein befestigt und wenn der Weber ein Stück vom Stoff fertig gewebt hat, zieht er diesen Stein an den Fäden ein bisschen nach vorne. So entsteht das Muster im Sand bzw die Linien im Stein (in der Halle). Das Weben war früher eine ausschließlich männliche Tätigkeit, die Frauen sind nur für das Spinnen der Wolle und das auffädeln des Fadens verantwortlich. Auch heute gibt es nur ganz ganz wenige Frauen, die auch weben und unser Führer meinte, sie wären einfach nicht so schnell, wie die Männer. Die Kinder lernen das Weben alle schon mit 11 Jahren, sodass sie mit 14 Jahren Profis sind und das Dorf lebt vom Verkauf ihrer gewebten Produkte. Es war schon sehr eindrucksvoll! Vor allem, da die Weber wirklich eine unglaubliche Geschwindigkeit und Genauigkeit zeigten! Wir sind einmal durch das ganze Dorf gelaufen, haben uns die Hallen angesehen und konnten den Familien beim Weben zusehen.

Anschließend sind wir mit einem Trotro (da hatten wir wirklich Glück, weil die ganze Umgebung wie ausgestorben war!) bis zur nächsten Junction gefahren und dann weiter bis nach Kpandu. Dort sind wir schon um 14 Uhr im Hostel angekommen und haben uns eine Stunde später wieder auf den Weg zum Voltasee gemacht, da Kpandu direkt an diesem liegt. Wir wollten einfach nur eine kleine Bootstour machen, die Fischer haben aber alle unser Englisch nicht so richtig verstanden. Wir waren kurz davor aufzugeben, als dann doch jemand meinte, er würde uns für ein bisschen Geld eine kleine Runde mit rausnehmen. Jana meinte die ganze Zeit, dass ja der Himmel schon so dunkel sei und wir vorsichtig sein müssen wegen des Regens, aber wir haben sie beruhigt und meinten, dass der Wind das Unwetter ja von uns wegtreiben würde! imageFalsch gedacht!! Als wir dann gerade wieder in Richtung “Hafen” gingen, fing es plötzlich an, sehr zu stürmen und weil der ganze Sand hochgewirbelt ist, hatten wir echt Schwierigkeiten zu atmen. Deshalb haben wir unter einem sehr kleinen Stand Schutz gesucht, haben dann aber beschlossen, weiterzusuchen nach etwas, das ein bisschen geschützter ist. So sind wir dann in die nächste große Lagerhalle gerannt und dann ging auch schon der Regen los. Aber was für ein Regen! Der hat sich durch alle Ritzen gepresst und uns regelrecht ausgepeitscht, da hatten wir doch etwas Muffensausen… Wir haben auch schnell angefangen zu frieren, weil wir ja nass waren und dazu der Wind so stark war und haben einfach nur gehofft, dass es schnell wieder aufhört… Ein ganze Herde Ziegen und ein paar Hühner kamen dann auch noch zu uns in die Lagerhalle, aber nach Ca. 20 Minuten hatten wir es dann geschafft. Wir haben dann nur noch ein Taxi ins Hotel genommen, sind unter die Dusche gesprungen und total fertig ins Bett gefallen.

Am Donnerstag (20.04.) sind wir dann gegen 9 Uhr weitergefahren nach Hohoe, etwa 1 Stunde entfernt und mehr will ich zu dem Tag nicht sagen.

Am Freitag ging es dann mit unserem Power-Programm weiter und wir sind morgens ganz früh losgefahren, da wir nicht in der prallen Mittagshitze den höchsten Berg Ghanas erklimmen wollten. Wir waren also schon um 7 Uhr an der Trotro Station und haben tatsächlich eins gefunden, dass uns zum Mount Afadjato bringen wollte und es ist direkt losgefahren, als wir 6 eingestiegen waren, obwohl es nicht voll war!! Er war wohl happy, dass er überhaupt so viele Personen gefunden hatte… Wir sind dann auch echt eine Stunde lang über ein Holper Piste in Richtung Togo-Grenze gefahren und mussten plötzlich unsere Handynetze ausschalten, weil wir schon im Togolesischen Netz waren. Als wir am Fuß des Berges standen, wurde uns dann erst bewusst, was wir uns da eigentlich vorgenommen hatten. 885 Meter wollten wir einfach mal so hochklettern… Aber umkehren kam jetzt auch nicht mehr in Frage und so machten wir uns mit unserem jungen 14 jährigem Guide auf den Weg. Nach 200, 400 und 600 Metern gab es jeweils Schilder, die uns zeigten, wie viel wir nun schon geschafft hatten und wir waren ganz schön am keuchen. Der Guide erzählte uns, dass er das in den Ferien immer macht, um seine Schoolfees zu bezahlen, d.h. er bekommt das Geld für seine Touren gar nicht, sondern nur die Schule und außerdem meinte er, dass er dort teilweise drei Mal am Tag hochklettert! Er war auch überhaupt nicht am Schwitzen, was ich trotz so viel Übung echt beeindruckend fand! Nach etwas mehr als einer Stunde hatten wir es dann endlich geschafft und konnten den Ausblick genießen. Für den Rückweg brauchten wir dann nur noch 10-20 Minuten, da es bergab doch deutlich schneller ging und wir keine Pausen mehr einlegen mussten. Wir hatten den Trotrofahrer gebeten zu warten, da es ja doch schon extrem einsam dort war und nur ganz selten Trotros oder Taxis vorbei kommen und er hat uns dann direkt zu den Wli Falls gefahren. Diese waren für mich das Highlight der Reise, da sie wirklich beeindruckend hoch waren und wir sogar darunter Baden konnten!! Aber wir mussten erst 45 Minuten dorthin laufen und waren vom Berg doch schon etwas geschafft, sodass wir dann die drei Stunden Tour zu den Upper falls nicht mehr mitgemacht haben. Dafür haben wir dort tolle Bilder gemacht und uns ein wenig entspannt!


Danach sind wir dann wieder zurück nach Hohoe gefahren, haben uns frisch gemacht und sind dann zum Abschluss nochmal richtig schön Ghanaisch essen gegangen. Es gab total leckeren frisch gegrillten Tilapia mit Banku und Red Pepper! Lecker!

Bis bald
Eure Kira 😊

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