Easterfestival in Kwahu- PARAGLIDING

Helloooo again,
Hier bin ich wieder und berichte nun erstmal von dem Osterfestival in dem Hochland Kwahu (Eastern Region) bevor ich vom Rest der Reise erzähle, die mich durch die Volta Region und die Westküste entlang führen wird.
Am Donnerstag (13.04. dem letzten Schultag) habe ich mich um 13 Uhr mit Marie (einer weiteren Freiwilligen aus Swedru) an der Main Station getroffen und wir haben uns gemeinsam auf den Weg nach Asamankese gemacht. Dort haben wir Tim und Tobi eingesammelt, Freiwillige aus Togo, die zu Besuch waren und sind dann weiter nach Suhum gefahren. Ein letztes Mal umsteigen brachte uns dann nach Nkawkaw, wo sich der Landeplatz (ein Fußballfeld) für die Paragliger befand, doch das Volunteerhaus, in dem wir geschlafen haben, befand sich ein ganzes Stück in den Bergen und so fanden wir schließlich auch noch ein Taxi, das uns bis nach Obo gefahren hat. Dort waren wir dann mitten in den Bergen und umgeben von purer Natur!

Auch die Temperatur war direkt ein wenig niedriger und frischer… Wir haben dann jedenfalls um 19:30 Uhr endlich die hüpfende Anni vor dem riesigen Volunteerhaus gefunden und sind glücklich und erschöpft direkt mit ihr zum Abendessen gegangen. Dort haben wir auch Thorben kennen gelernt, dem das Haus quasi gehört und der diese ein Mann Organisation führt. Anni, die übrigens genau wie ich aus dem Landkreis Gifhorn kommt und die ich sogar schon einmal im Deutschland getroffen hatte, und Kira (nicht ich, sondern eine andere) sind zur Zeit die einzigen Freiwilligen dort, da alle anderen vor kurzer Zeit ihren Rückflug angetreten hatten und somit waren über das Osterfestival viele Zimmer und Betten frei geworden. Beim Essen saßen wir dann noch mit Holländern und anderen Freiwilligen zusammen und haben uns super unterhalten. Anschließend sind wir noch zum Karten spielen in eine Bar in Obo gegangen und waren aber so erschöpft von der Reise, dass wir auch schon gegen 23 Uhr wieder im Bett waren.

Am Freitag morgen haben wir dann auch alle zusammen gefrühstückt, das war total schön und familiär und ganz besonders üppig!

Da Kiras Familie gerade zu Besuch ist, hatten wir nämlich ein ganz großes Nutella Glas und Kaffe, Tee und Ketchup und Soße für unser Bred and Egg und dann gab es auch noch Avocado, Mango, Ananas und Papaya. Um 10 Uhr sind wir dann nach Atibi auf den Berg zu dem Startplatz der Paraglider gefahren. Die Aussicht war wunderbar und wir kamen genau richtig zum ersten Start dort an! Alles lief gut und schon war sie in der Luft. Da habe ich nicht lange gezögert und mir direkt ein Ticket für den nächsten Tag gekauft. Außerdem gab es unglaublich gute Smoothies dort zu kaufen und wir gönnten una alle noch einen Mango, Banane, Orange Smoothie!

image

Ich,           Anni,          Pauline

Weil wir die Soldaten so cool fanden, mussten wir mit denen natürlich auch noch ein Bild machen und besonders überzeugend ist natürlich der Batman Handschuh:

Danach sind wir wieder heruntergelaufen, wurden aber direkt am Anfang dazu eingeladen, auf der Ladefläche eines Pick Ups mitzufahren! Da mussten wir nicht lange überlegen und sind direkt hinten aufgesprungen und ab ging die Post.

image

von links: Anni, Pauline, Tobi, Anika, Marie, Tim und ich

Dann haben wir uns ein wenig ausgeruht und Pauline (nicht unsere Swedru Pauline) und ich sind noch einmal losgelaufen, um uns den Canope Walk hier im nächsten Dorf einmal anzusehen. Dazu mussten wir allerdings erstmal 811 Stufen erklimmen und waren am Ende wirklich nass geschwitzt. Der Canope Walk war im Vergleich zum Kakuum natürlich kläglich klein, aber die Aussicht war auch eine ganz andere und es hat sich doch gelohnt, da das Hochland Kwahu wirklich atemberaubend schön ist und wir richtig gut auf Obo hinuntersehen und sogar das Freiwilligenhaus sehen konnten!

Ich habe auch noch ein bisschen auf der Platform rumgeturnt und dann haben wir uns wieder auf den Weg nach unten gemacht.
Abends sind wir dann zum eigentlichen Festival (eine Partymeile in Obomeng) gefahren und haben festgestellt, dass es einfach unglaublich überlaufen war und konnten uns kaum durch diese Menschenmassen quetschen! Es wurden drei Bühnen aufgebaut, vor denen die Massen am schlimmsten waren und von allen Seiten wurde Musik gespielt. In einer Bar haben wir eine super coole Show von zwei Tänzern gesehen, von dem der eine die ganze Zeit einen Becher mit Bier auf dem Kopf balanciert hat und trotzdem unglaubliche Bewegungen machen konnte!

Nachdem wir uns einmal komplett durch das Dorf gekämpft hatten, haben wir ganz am Ende eine relativ ruhige Bar gefunden und dort ein Bierchen getrunken, sind dann aber direkt wieder zurück und waren auch früh im Bett, um für den nächsten Tag fit zu sein! 🙂

Samstag morgen haben wir uns wieder um 7:30 Uhr alle zum Frühstück getroffen, weil wir um 8 Uhr los wollten, um auf den Berg zu fahren… Tim, Tobi und Marie sind aber einfach vorgefahren, weshalb ich dann mit Anni (der Gifhornerin😋) und Anika losgegangen bin. Wir hatten diesmal total Glück und mussten kein Taxi bezahlen, weil uns zwei Ghanaer gefahren haben, die dann sogar an der Police Barrier auch jeder noch 5 Cedi zahlen mussten! Dann hieß es warten, warten, warten und zwei Personen bevor ich fliegen sollte, ist es dann passiert: Wetter change. Eine riesige dunkle Wolke hat sich von hinten genähert und 20 Minuten nach Flugabbruch hat es dann auch angefangen 2 Stunden lang zu regnen… Die Paraglider sind schon wieder zurück in ihr Hotel gefahren, uns wurde aber gesagt, wir sollen ruhig warten, da die Leute auf dem Berg die Flieger anrufen würden, wenn das Wetter wieder besser wird. Und da ich ja so kurz davor war, bin ich mit Anni auch noch geblieben und wir haben uns erstmal Banku mit Tilapia gegönnt (ein super leckerer, großer, gegrillter Fisch) und gewartet bis 15 Uhr… Da wurde uns dann aber gesagt, dass sie nicht mehr wieder kommen und wir morgen nochmal wiederkommen sollen, weshalb wir dann doch wieder per Anhalter den Berg herunter gefahren sind, die Ghanaer waren wirklich super lieb und haben uns bis Mpraeso gefahren. Von da aus sind wir dann bis Obomeng gelaufen und haben uns richtig gut unterhalten, man merkt es doch irgendwie, wenn man in den gleichen Kreisen aufgewachsen ist 😀
In Obomeng haben wir uns dann in eine Bar gesetzt, die total gemütlich war und die Musik nicht so unnormal laut hatte, sodass man sich noch gut unterhalten konnte. Dort haben wir auch noch zwei Ghanaerinnen mit Freund kennen gelernt und sind gegen 21 Uhr wieder per Anhalter nach Obo gefahren und waren wieder früh im Bett, da ich ja dann wirklich bald auch an der Reihe war mit dem Fliegen (dachte ich…).

Am nächsten Morgen (FROHE OSTERN AN DIESER STELLE!!) haben wir wieder zu dritt um 7:30 Uhr gefrühstückt und waren dann erst um 10 auf dem Berg, weil die Taxifahrer alle zu viel Geld haben wollten, wir also wieder auf der Ladefläche eines Pick Ups wieder bis Atibi gefahren sind und dort Annis Kumpel gefragt haben, ob er uns nicht fahren kann. Der war total niedlich, weil er 16 Jahre in Deutschland gewohnt hat und mit uns auch deutsch geredet hat und er hat dann seinen Bruder geholt und zusammen konnte es losgehen. Weil wir zu viele waren, sind wir wieder auf die Ladefläche und haben es genossen, so entspannt dort hochzufahren! Wir kamen auch nicht wirklich zu spät, denn der Wind war zu stark um zu fliegen, da durch den Regen die untere Wolkenschicht zu tief hing. Wir mussten also warten, bis die Sonne den Untergrund etwas aufgewärmt hatte und die warmen Luftströme die Schirme auch nach oben tragen würden. Das habe ich alles von Jack, einem der Piloten erfahren, mit dem ich mich echt gut unterhalten hatte… Gegen 11:30 durften dann die ersten wieder Starten und ich war total ungeduldig und wollte endlich los. Unfairer Weise war ich dann auch noch in der Liste ganz weit nach unten gerutscht, weil ich anscheinend doch nicht früh genug da war, aber nach den ersten Flügen fand ich das dann gar nicht mehr so schlecht, denn die Wetter Bedingungen waren immer noch nicht perfekt und sie sind alle nicht mehr als 5 Minuten geflogen. Als die Sonne dann nach einer Stunde so richtig herausgekommen war und Jack (der Pilot) zum zweiten Start wieder nach oben gekommen war, hat er mich gesehen und selbst zum Fliegen ausgesucht! Das war unglaublich cool, weil das Wetter in dem Moment total perfekt war (laut Jack) und ich ihm auch total sympathisch fand. Er kommt aus den USA und hat aber auch schon einmal in Deutschland gelebt, weshalb er gebrochenes Deutsch konnte, das sich mit dem amerikanischen Akzent echt niedlich angehört hat 😀 Er ist schon zum 12. Mal bei dem Osterfestival hier in Nkawkaw dabei, also quasi von Anfang an und das Paragliding ist bei ihm sein Job, da er auch andere Tandem Flieger ausbildet etc. Er hat mir dann eine kurze Einweisung gegeben (viel gibt es eigentlich nicht zu beachten, das wichtigste ist bei Start erst kurz zu joggen, bis der Schirm sich aufgerichtet hat und dann so schnell wie möglich zu laufen, bis man schließlich abhebt, außerdem sollte man sich nicht beim ersten Impuls nach oben hinsetzen, sondern erstmal noch weiter laufen, bis man wirklich in der Luft ist!) und schon konnten wir los. Die zwei Minuten vor dem Start, die wir nur auf guten Wind warten mussten, waren der reinste Nervenkitzel, aber als wir dann losliefen, ging es wie von allein und wir hoben schon in der Mitte der Bahn ab und hatten guten Auftrieb. Jack erzählte dann auch noch, dass der Start hier in Ghana einer der gefährlichsten ist, da man normalerweise niemals an einer Klippe startet, damit man noch genug Zeit hat, um notzulanden… Wir hatten an dem Tag auch schon 2 Fehlstarts miterlebt und bei dem einen war es wirklich knapp vor der Kante! Der Pilot hatte nämlich beim Loslaufen die eine Bremse verloren und dann geschrieen Stoooop, aber der Tandem Partner hatte das nicht gehört und ist weitergelaufen. Sie haben es dann aber noch geschafft, anzuhalten, auch wenn es wirklich knapp war.
Bei mir lief aber wie gesagt alles glatt und wir haben wirklich eine gute Thermik gehabt, sodass wir sogar noch zwei Ehrenrunden über dem Startplatz drehen konnten und da ich ihn gefragt hatte, ob er auch Tricks mit dem Schirm machen könnte, haben wir dann die Side Wings (rechts und links Schlenker, bei denen man ein richtiges Achterbahnfeeling bekommen hat) direkt über der Menge gemacht! Man hat sie sogar jubeln hören und konnte jedes Wort der Musik verstehen, das war wirklich lustig. Dann sind wir viel weiter an den Klippen entlang geflogen und wollten dann die Spitze erreichen, um die ganz viele Vögel gekreist sind. Das haben wir auch geschafft und er meinte, das wäre das erste Mal, dass er das geschafft hätte! Dann sind wir ins Tal geflogen und zum Abschluss hat er dann mit mir nochmal die Side Wings und dann die Spirale gemacht! Dabei haben wir eine solche Geschwindigkeit gehabt, dass wir wirklich waagerecht zum Schirm waren und beim Abbremsen einen kurzen Moment der Schwerelosigkeit hatten. Anschließend haben wir Kurs auf den Fußballplatz genommen, der als Landeplatz diente und auf dem heute eigentlich sogar noch ein Fußballspiel stattfinden sollte!! Die Kinder rannten dann alle unserem Schirm entgegen und Jack packte ein kleines Paket mit Minischirm aus, das er ihnen zuwarf. Das hat er wohl jedes Mal gemacht und die Kinder haben immer auf ihn gewartet. Die Landung selbst war unglaublich sanft und wir mussten nur wenige Schritte gehen, bis wir standen. Es war ein tolles Erlebnis und das beste Oster-/ Geburtstags- Geschenk meines Lebens! ❤️

Hier ein paar Bilder:


Mit Jack, Josephine und ihrem Tandempartner sind wir dann wieder hoch auf den Berg gefahren und haben uns dort mit den Anderen getroffen. Hier nochmal einen rieeeesigen Dank an ANNI, die an allen drei Tagen mit mir hochgefahren ist, um Bilder zu machen und mich fliegen zu sehen! Es war wirklich schön mit dir 😘
Danach haben wir nicht mehr so viel gemacht, waren doch etwas platt von der dauerhaften Musik und der Lautstärke und haben uns einfach ins Haus zurückgezogen, Bilder ausgetauscht und sind abends noch in die Bar nebenan gegangen. Da haben wir nämlich noch einer Life-Band zugehört, die echt mal ganz angenehm andere Musik gespielt hat.
Außerdem gab es zum Abendessen Fufu mit Groundnutsoup, eins meiner ghanaischen Lieblingsgerichte!
Das Haus war auch schon relativ leer geworden und nur Pauline und ich sind noch bis zum Montag morgen geblieben. Da haben wir in aller Ruhe gefrühstückt und sind dann gegen 10 Uhr zusammen nach Nkawkaw gefahren, von wo aus es für mich nach Koforidua und dann nach Ho ging und für Pauline zurück nach Hause.

Damit bis zum nächsten Mal,
Eure Kira 🇬🇭👋🏻

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s