März- die Zeit verfliegt so schnell!

Halli Hallo nochmal,
Nun bricht schon der 8. Monat herein, zwei Drittel meiner Zeit in Ghana sind schon um, doch was ist im März eigentlich alles so passiert? Ich habe das Gefühl, die Zeit rennt mir davon, da ich jetzt ein so klares Ende erkennen kann. Bisher dachte ich immer nur “bald habe ich die Hälfte geschafft” oder “Hmm, jetzt ist erst die Hälfte um”, aber seit Neujahr kommt es mir vor, als wäre die Zeit wie ein Fingerschnipsen verflogen. Aber was habe ich denn jetzt seit dem Musik Festival alles so erlebt?
Zu allererst hat uns die Lehrerin von Lorena alle zur Hochzeit ihres Bruders eingeladen!

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Von links: Josi, Ich, Lorena 🙂

Dieser ist Mitglied der Methodist Church und man konnte doch einige Unterschiede zu der Hochzeit in der Church of Christ erkennen, bei der ich letztes Jahr mit meinem Gastvater und Jonas war. Es wurde nämlich viel mehr getanzt und gesungen und gleich zweimal zur Kollekte aufgefordert. Der größte Unterschied war aber schon das Gebäude, denn es ähnelte tatsächlich einer deutschen Kirche mit Pult und Kanzel! Trotzdem gab es wie bei der Church of Christ keine Bänke, sondern auch wieder Plastikstühle, es passen vielleicht einfach mehr Leute rein… Bei der Predigt haben wir uns allerdings nur angeguckt und waren fast schon geschockt. Da hat der Pastor doch echt gesagt, dass Mann und Frau zu jeder Tageszeit wissen müssen, wo der jeweils andere ist, weil es ja peinlich wäre wenn jemand fragen würde und man es nicht wisse. Außerdem müssten beide den anderen auch immer um Erlaubnis fragen, wenn sie ausgehen wollen, auch wenn sie nur die eigene Mutter besuchen wollen. Dann kamen noch weitere sehr sonderbare Ratschläge zu einer funktionierenden Ehe und dann durfte sich das Brautpaar auch endlich küssen: was hier in Ghana übrigens etwas ganz besonderes und EINMALIGES ist, da man sich in der Öffentlichkeit (auch in einer Beziehung) niemals nahe kommen darf. Das gilt nämlich in der Gesellschaft als verboten! Im Anschluss an den Gottesdienst ging es in den Keller, wo es dann ein kleines Buffett für alle Gäste gab, die Torte feierlich angeschnitten wurde und “popping of champaign” zelebriert wurde! Auch eine Art Hochzeitstanz gab es, allerdings wurde von den Gästen nicht getanzt, was uns eigentlich so erzählt wurde. Um 15 Uhr konnten wir dann auch alle schon gehen…

Außerdem habe ich mir mal wieder Braids machen lassen, also laufe ich wieder mit Rastazöpfen durch die Gegend! Ich lieeeebe sie einfach 😀 Diesmal habe ich dunkelbraun und rot genommen und sie ganz normal Flechten und nicht Twisten lassen:

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 Tadaaaaa 😀

Das Wochenende darauf gab es gleich zwei Geburtstage zu feiern: Lisas und Nicholas’! Dafür haben wir uns dann alle (sprich um die 20 Freiwilligen aus Oda und Swedru) in Cape Coast im Oaisis getroffen, unserem Standard-Hotel, weil es mittlerweile einfach zu einem zweiten Zuhause für uns geworden ist. Der Inhaber Ali kennt uns auch alle persönlich und hat deshalb sogar für die beiden zwei richtige Kuchen in Accra gekauft! Zuerst haben wir also am Samstag Abend in Nicholas Geburtstag reingefeiert und sogar Macarena getanzt und eine Polonese gestartet. Es war wirklich schön, wirklich mit allen Freiwilligen so zusammen zu feiern!


Am nächsten Tag haben wir dann noch ganz viel Beachvolleyball gespielt und gegen 18 Uhr ein tolles Barbecue gegessen, das Ali wieder für uns organisiert hat mit gekochtem Gemüse, Fleisch in einer leckeren Soße und Kartoffelecken. Danach haben wir einen kleinen Verdauungsspaziergang zum Cape Coast Castle unternommen und uns davor auf die Felsen gesetzt, wobei die tolle Idee entstanden ist, dass ich mir am nächsten Morgen an genau dieser Stelle den Sonnenaufgang angucken wollte: gesagt, getan 😀
Um Mitternacht haben wir dann alle auf Lisa angestoßen und den leckeren Schokokuchen gegessen und nach ein paar Runden Kartenspielen sind wir dann auch alle schon ins Bett verschwunden.

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Am nächsten Morgen habe ich mir dann tatsächlich den Sonnenaufgang angeschaut und wurde von Erik (einem der Rastas aus den Souvenir-Shops) gewarnt, dass es dort gefährlich sei, weshalb er mich dann netter weise begleitet hat.

Danach habe ich mich allerdings wieder schlafen gelegt und gegen 10 Uhr haben wir alle erst gefrühstückt. Dann sind auch so langsam alle wieder aufgebrochen. Ein schönes verlängertes Wochenende also.

Am nächsten Morgen (28.03.) sind Josi und ich dann ganz normal zur Schule gelaufen, waren um Punkt 8 Uhr da und ganz Asafo war wie ausgestorben. Niemand war in der Schule, alles war abgeschlossen und deshalb habe ich erstmal den Headmaster angerufen. Der hat und dann gesagt, dass wir die ganze Woche keine Schule haben, da wohl eine Bande durch Asafo läuft und die Klassenräume verwüstet und die Lehrer deshalb jetzt streiken würden. Hinterher haben wir erfahren, dass das die Repetition Week vor den Exams war und die Lehrer wohl deshalb keine Lust auf Schule hatten, ob das stimmt, weiß aber keiner. Josi und ich sind daraufhin jedenfalls wieder zurück gelaufen, haben uns einen entspannten Tag zuhause gemacht und uns dazu entschieden, am Mittwoch nach Winneba an den Strand zu fahren.
Dort haben wir dann auch Hanna und Nathalie getroffen, die nach der Schule dann zu uns an den Strand gekommen sind und eine Gruppe von Jungs hatte eine Weile mit Josi gequatscht und dann haben sie uns plötzlich alles mögliche ausgegeben. ZB für jeden eine Ananas und für jeden 2 Fleischspieße und am Ende haben sie Josi und mich sogar noch mit zurück nach Swedru genommen! Das war wirklich super entspannt und es hat sie gar nicht gekümmert, dass wir uns hinten die ganze Zeit auf deutsch unterhalten haben.
Wir wollten dann aber trotzdem nicht den Rest der Woche in Swedru festhängen und so sind wir direkt am Donnerstag wieder zurück nach Cape Coast gefahren! 😀 Der Ali hat sich gefreut, wir konnten uns am Strand so richtig gut entspannen und haben am Abend noch ein tolles Volleyballmatch gespielt. Am Abend habe ich dann noch Hanna, Alina und Nele kennen gelernt, mit denen ich am nächsten Morgen unbedingt Joga machen wollte, doch das haben wir dann leider nicht mehr geschafft, weil wir die Nacht doch noch ganz gut zum Tag gemacht haben! Das haben wir aber dafür am Samstag morgen dann nachgeholt und es war unglaublich schön. Wir haben uns die Bastmatten an den Strand gelegt und Hanna hat uns dann durch die verschieden Posen geführt, während die Sonne über uns aufgegangen ist.
Am Samstag war ja dann der 1. April und deshalb ist am Abend dann eine Tanzgruppe namens “Culture” aufgetreten, die erst so etwas, wie modern Dance (Geschichten erzählend) zu der Trommelmusik aufgeführt haben, dann aber auch ein paar coole “Drums Alice” Stücke mit drin hatten, bei denen sie synchron getrommelt haben und um die Trommeln herum getanzt haben.
Es war also wieder ein super schönes Wochenende!!

Das Wochenende danach bin ich dann zu Natha und Hanna nach Winneba gefahren, weil Hanna Eierfarben geschickt bekommen hatte und wir ein vorgezogenes Osterfest feiern wollten. An den eigentlichen Ostertagen will ich ja zum Paragliding Festival…! Deshalb haben wir dann am Samstag (08.04.) erst Nudeln mit Käsesoße gegessen, dann die 20 Eier gefärbt und bemalt mit weißem Zauberstift und schwarzem Edding und ich war total in meinem Element! Das ist für mich genau so etwas schönes, wie das Kekse backen in der Weihnachtszeit, weil es einfach so gut tut, sich Zeit für etwas “handwerkliches” zu nehmen und sich bei ein bisschen Musik zu entspannen. Zum Abend gab es dann unser traditionelles “Oma-Osteressen”, sprich Kartoffelknödel mit Rotkohl und Pilzsoße! Nur den Hasen oder das Wild konnten wir hier in Ghana natürlich nicht dazu machen.
Somit habe ich aber auch ein wenig Osterfeeling gehabt.

So, jetzt reicht es aber langsam mal, gute Nacht und bis demnächst.
Eure Kira 😊

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