Working for Felixfonds

Hello again, nun erz├Ąhle ich euch den Rest der “Geschichte” ­čśÇ

Es gibt zun├Ąchst super gute Neuigkeiten, denn am Mittwoch (13.12.) entschlossen Jonas und ich uns dazu, Felixfonds nicht zu schlie├čen, sondern am Leben zu erhalten und selbst weiterzuf├╝hren! Die Stiftung hat das Leben so vieler Menschen hier von Grund auf ge├Ąndert und es hat uns einfach so sehr ber├╝hrt, wie dankbar und beinahe ehrf├╝rchtig die Menschen reagiert haben, als wir sie besucht haben, dass wir damit weitermachen wollen, es ist schlie├člich Jonas “Erbe” und er hat mich gl├╝cklicherweise gern dabei ­čÖé┬áWir m├╝ssen allerdings erstmal abwarten, ob das alles auch so klappt…!

Am Montag (11.12.) stand dann das n├Ąchste Projekt auf dem Plan: Family onion storages in Tilli. Leider verstand das unser Fahrer wohl falsch oder unser Fieldguide Zibrim hat die Falschen Infos erhalten, auf jeden Fall brachten uns die beiden zu den “falschen” onion storages. Diese waren zwar auch durch Trias gesponsert worden, aber nicht konkret ├╝ber Felixfonds. Da wir das allerdings erst hinterher erfahren haben, nahmen wir das Ganze sehr ernst und ich habe unglaublich viel ├╝ber das Farming gelernt! Nun aber erstmal ein bisschen was generelles:
In der ersten Community (Nabkola) wurden 15 onion storages gebaut, die jeweils einer speziellen Familie geh├Âren und nicht Community gebunden sind, da die einzelnen Familien zu weit auseinander leben und nicht miteinander kooperieren…
Zuerst wurde eine Demonstrationsh├╝tte gebaut, um den Farmern zu zeigen, wie das ganze Prinzip funktioniert und es gibt regelm├Ą├čig das After Harvest Training, wo die Farmer lernen, wie sie die Zwiebeln noch l├Ąnger haltbar aufbewahren k├Ânnen. In diesen Storages k├Ânnen die Zwiebeln bis zu drei Monate lang nach der Ernte gelagert werden und durch die vielen Bel├╝ftungsl├Âcher werden sie nicht schlecht. Sie m├╝ssen regelm├Ą├čig gewendet werden, damit sie keine Druckstellen bekommen und das Dach muss zB alle 3 Jahre erneuert werden. All das lernen sie im Training und die Storages sind so unglaublich wichtig f├╝r die Familien, da Zwiebeln in der Dry Season (November bis M├Ąrz) fast das einzige sind, das angebaut werden kann und da alle gleichzeitig ernten und dementsprechend auch alle gleichzeitig so schnell wie m├Âglich verkaufen m├╝ssen, sinken die Preise unglaublich stark und f├╝r die Farmer rentiert sich das gar nicht mehr. Durch die Lagerh├╝tten kann ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum ein fast konstanter Preis aufrecht erhalten werden, da nicht mehr alle Farmer direkt nach der Ernte verkaufen m├╝ssen. Somit hat man also einen nat├╝rlichen Preispuffer und durch den Profit k├Ânnen sich die Familien jetzt sogar Krankenversicherungen leisten! Wir haben auch mit einem Farmer geredet, der sich durch den Profit von dem eigenen Geld eine zweite H├╝tte bauen konnte und da kann man sehen, dass die Farmer gemerkt haben, wie praktisch es ist und deshalb nun mehr davon bauen wollen. Und genau das ist das Ziel von der ganzen Geschichte: wir geben durch das Spendengeld einen kleinen Anschub, zeigen, wie so etwas gebaut werden kann und hinterher entwickelt sich alles selbstst├Ąndig weiter… Was wiederum auch sehr nachhaltig ist, denn wenn etwas kaputt geht, brauchen die Familien auch das Wissen, wie sie es wieder reparieren k├Ânnen.
Die Farmer haben uns auch mit auf eines ihrer Felder genommen und uns ihr Bew├Ąsserungssystem und ihre unterschiedlichen Zwiebelsorten gezeigt, aber das will ich jetzt nicht l├Ąnger vor euch ausbreiten, ihr habt wahrscheinlich jetzt schon genug. Sorry daf├╝r schonmal ­čśÇ
Es gab wohl auch ein paar Probleme hier in der Community, denn weil der Damm letztes Jahr zu wenig Wasser hatte, mussten sie zu fr├╝h ernten.
In der zweiten Community (Sakom) wurde wiederum versucht, alle Onion storages an Frauen zu verteilen, da das Einkommen von Frauen und M├Ąnnern dort wohl getrennt wird und es generell extrem viele Frauen und weniger M├Ąnner dort gibt. Weil die Frauen auch alleine ihre Felder bestellen, baten Sie uns um einen Zaun rundherum um die Felder, da sie diese vor Tieren sch├╝tzen m├╝ssen und im Gegensatz zu den M├Ąnnern nicht einfach auf dem Feld ├╝bernachten k├Ânnen, aufgrund ihrer Pflichten im Haushalt und der Kinder…! In unserem Gespr├Ąch mit den Familien dort merkten wir aber, dass das Bewusstsein, dass diese Storages so eine wichtige Basis im Farmerleben schaffen k├Ânnen, der Schl├╝ssel sind, also quasi das Ziel unserer Projekte, da man so einen gro├čen Unterschied zu Nabkola gemerkt hat. Dort waren die Familien stolz auf ihre Storages und bauen vom Profit sogar schon eigene (Ziel erreicht) und in Sakom baten uns die Leute nur darum, mehr Storages zu bauen…

Nach all den Ausfl├╝gen zu den Feldern haben wir dann in einem sch├Ânen Restaurant lecker zu Mittag gegessen. Habe ich euch eigentlich mal beschrieben, wie das hier in den Chopbars/Restaurants aussieht? Man hat ├╝berall im Raum verteilt gro├če Wasserkanister und Seifen, womit man sich vor dem Essen und nach dem Essen die H├Ąnde (bzw. speziell die rechte Hand) waschen kann, aber manchmal werden auch einfach zwei Sch├╝sseln voll Wasser gebracht… Der Gro├čteil der w├Ąhlbaren Gerichte besteht aus einem Klops (Reisball, Banku, Fufu, TuoZafi…) und einer Suppe (Groundnut soup, Light soup, Palmnutsoup und so weiter…). Es gibt auch einige Reisgerichte (Jollof Rice, Plain Rice und Fried Rice), aber das war es dann auch schon an M├Âglichkeiten! Man isst den Klops mit So├če immer mit den Fingern und nur den Reis mit Besteck und ich hab mich wirklich schon total daran gew├Âhnt ­čśÇ Auf jeden Fall fuhren wir dann weiter nach Tilli, dem eigentlichen Projekt, denn dort hat alles angefangen! Zun├Ąchst haben wir uns die Statuen von Jef und Jos├ę angesehen, die hier quasi wie G├Âtter verehrt wurden, da sie den riesigen Damn gebaut haben, durch den mehr als 1000 Menschen leben und Farmen k├Ânnen (280 Familys!). Dann sind wir den Jef und Jos├ę Dam einmal entlang gegangen, haben aber anschlie├čend beschlossen, am n├Ąchsten Tag wiederzukommen, um genug Zeit f├╝r alles zu haben. Also ging es wieder zur├╝ck nach Bolga, wo wir ziemlich ersch├Âpft gegen 18 Uhr ankamen und uns nur noch einen netten Abend im Hotel gemacht haben.

Dienstag (12.12.) sind wir dann wieder um 8 Uhr losgefahren in Richtung Tilli. P├╝nktlich (was hier in Ghana UNGLAUBLICH selten ist!!!) um 09 Uhr trafen wir uns dort mit John (der damals schon mit Jef und Jos├ę zusammengearbeitet hat und der sich total ├╝ber uns gefreut hat) und Zibrim (unserem Guide von gestern). John ist dann zuerst mit uns zu dem Oberchief von Tilli gefahren, der uns dann eine “Audienz” gegeben und uns in seinem Palast empfangen hat ­čśÇ Es war wirklich ein bisschen, wie im Film: wir wurden in das Geb├Ąude gef├╝hrt und haben uns auf die St├╝hle gesetzt, die alle in einer Reihe vor einer Erh├Âhung standen und auf dieser Erh├Âhung stand ein weiterer Plastikstuhl. Nach einer weile sind dann der Chief und die f├╝nf ├Ąltesten hereingekommen und haben sich vor uns positioniert. Dann sollten wir uns richtig f├Ârmlich vorstellen und haben ein bisschen erkl├Ąrt, warum wir hier sind. Daraufhin hat uns der Chief dann noch begleitet (nachdem er sich wieder umgezogen hatte) und John zeigte uns dann zun├Ąchst die die onion storages von Tilli, denn dort ist es nur eine gro├če Lagerhalle, die Community based ist und nicht Family based, sodass jede Familie Platz f├╝r zwei S├Ącke Zwiebeln hat. Das ist aber eindeutig zu wenig und Reparaturarbeiten sind auch mal wieder n├Âtig… Anschlie├čend haben wir eine gro├če Runde durch das ganze Farmland hinter dem Damm gemacht und uns auch dort wieder mit den Farmern unterhalten.
Der Damm versorgt 280 Familien mit Wasser zum Farmen und 80% der Farmer sind weiblich, da die M├Ąnner in den S├╝den gegangen sind, um besseres Geld zu verdienen (aber nicht um die Familie zu unterst├╝tzen…). Au├čerdem bringt er auch f├╝r das Vieh das ben├Âtigte Trinkwasser und generell die Viehhaltung ist wichtig f├╝r die Farmer, da sie durch den Abfall der Tiere nat├╝rlichen D├╝nger haben und nicht mehr den teuren Fertilizer kaufen m├╝ssen. Auch die Reste der Ernte k├Ânnen sie den Tieren wieder als Nahrung geben und somit hat man einen wunderbaren Kreislauf. Nach dem Damm sind wir weiter gefahren zum Tilli Land, auf dem der kl├Ągliche Anfang einer Schule zu erkennen war, die Sie die Jef und Jos├ę Memorial School nennen wollen, denn die n├Ąchste Schule ist rund 3km entfernt und nur ├╝ber die stark befahrene und staubige Hauptstra├če von Bolga nach Bawku zu erreichen, was f├╝r die kleineren Kinder sehr gef├Ąhrlich und quasi unm├Âglich zu laufen ist.
Danach sind wir zu einem kleinen Shop gefahren, wo Smogs (traditionelle Kleidung wichtiger Leute im Norden!) verkauft wurden und wir waren ein bisschen ├╝berrumpelt, weil wir nicht wussten, was los ist, aber dann sagte uns der Chief wir sollten uns beide einen aussuchen, das w├Ąre sein Geschenk f├╝r uns!! Es wurde nat├╝rlich noch das obligatorische Gruppenbild gemacht und anschlie├čend sind wir mit der ganzen Gruppe wieder in das Restaurant gefahren und haben Mittag gegessen. Als n├Ąchstes hatte John f├╝r uns ein Meeting mit unglaublich vielen Frauen aus der Community organisiert und dort besprachen wir dann alles andere, was noch ben├Âtigt werden k├Ânnte und wo Not am Mann ist ­čÖé Das war unglaublich spannend, weil John alles, was wir sagten, im Farfar ├╝bersetzt hat und f├╝r die Frauen hat eine Dame gesprochen, was Zibrim wiederum f├╝r uns ins Englische ├╝bersetzt hat. Ein sehr wichtiger Aspekt der Community war zB die Non Formal Education, weil viele der Frauen nicht mal rechnen/z├Ąhlen k├Ânnen und es dadurch schwer wird, auf dem Markt zu handeln bzw generell zu verkaufen. Au├čerdem w├╝rden Sie gerne die bestellbare Fl├Ąche hinter dem Damm ausweiten, da es wohl noch 6 weitere Communitys rund um Tilli gibt, die auch gerne davon profitieren w├╝rden. Es gibt dar├╝ber hinaus auch nur eine M├╝hle und zu wenig Esel, um alle Zwiebeln zum Markt zu bringen, also ist Transport ein weiteres Problem. Aber ich will
euch nicht weiter mit Einzelheiten langweilen! Nach dem Meeting zeigten uns die Frauen ihren traditionellen Tanzstil, wie ihr vielleicht auf Facebook schon gesehen habt, und ich sollte dann pl├Âtzlich sogar mittanzen! Sehr lustig und so ungezwungen, wir hatten wirklich eine tolle Zeit dort.
Sie gaben uns auch traditionelle Namen und zwar amasum = You’ve done well und akwotam = You Will Never forget. Wir f├╝hlten uns schon ein bisschen geehrt!
Gegen 15/16 Uhr sind wir dann auch wieder zur├╝ckgefahren und abends noch ein Weilchen in die Bar gegangen, um ein k├╝hles “Feierabendbier” zu genie├čen. Die beiden Tage haben sich n├Ąmlich schon sehr nach Arbeit angef├╝hlt, da man immer h├Âflich und aufmerksam sein musste, was auf Dauer auch anstrengend werden kann ­čśÇ

Mittwoch (13.12.) haben wir wirklich den ganzen Tag im Auto verbracht, weil wir zur├╝ck nach Tamale zur Bank fahren mussten und Jonas sich dort um die Account-Angelegenheit gek├╝mmert hat. Danach waren wir um einiges schlauer, hatten jedoch noch mehr Arbeit vor uns. Ich muss jetzt n├Ąmlich mit den ganzen Dokumenten nochmal nach Accra zur Embassy juhuu ­čśÇ Nach den 8 Stunden im Auto waren wir jedenfalls ziemlich m├╝de und waren fr├╝h schlafen.

Am Donnerstag (14.12.) sind wir dann um 8 Uhr abgeholt worden und wurden zum Farmer Training Center in Tongo gefahren (Ca. 10 Minuten entfernt). Dort hat Felixfonds ein ganzes Geb├Ąude finanziert, dass sogar danach benannt worden ist ­čÖé Aber was ist das ├╝berhaupt? Wie der Name schon sagt, werden dort Farmer trainiert, um zu lernen, wie sie effizienter und ertragbringender landwirtschaften k├Ânnen. Im Moment finden keine Kurse statt, da alle Farmer gerade ihre Felder bestellen m├╝ssen, aber zwischen der Saison werden immer so um die 80 Farmer pro Woche geschult, das hei├čt im Jahr profitieren so um die 3000 Farmer davon!! Und es werden nur die ‘Leading’ Farmer trainiert, sodass diese wiederum die Leute in ihren Communitys Schulen k├Ânnen. Und da die Farmer auch von sehr weit weg anreisen, gibt es die Geb├Ąude, in denen die Farmer w├Ąhrend ihrer Schulung schlafen k├Ânnen und einen gro├čen Essenssaal. Das ganze Projekt wird immer von au├čerhalb gesponsert, also die Farmer m├╝ssen nichts bezahlen, sondern das Training Center bekommt Zusch├╝sse vom local Gouvernement, dem wiederum zB von Kanada und der USA geholfen wird. Das Training ist sowohl praktisch, als auch theoretisch und somit gibt es nat├╝rlich auch ganz viel Land, auf dem sie ├╝ben k├Ânnen als auch einen gro├čen Tierstall, denn auch hier wird versucht, den Kreislauf von Viehmist als D├╝nger und Essensresten als Nahrung zu verst├Ąrken! Au├čerdem unterst├╝tzen Sie die Hasenzucht ungemein, indem sie jedem Haushalt 3 Hasen (2weibchen, 1m├Ąnnchen) geben und nachdem diese geworfen haben, bekommen sie wiederum 3 H├Ąschen zur├╝ck und diese sind als Nahrung sehr wichtig und sehr einfach in der Haltung, da sie wirklich viele Essensreste essen k├Ânnen und die Abf├Ąlle einen super D├╝nger abgeben.
Das Land ist furchtbar, da Felixfonds auch hier einen Damm finanziert hat, der sogar gr├Â├čer ist, als der Tilli Damm. Die Felder dahinter sind allerdings nicht so gut geordnet und strukturiert, also nicht quadratisch, sodass viel nutzbare Fl├Ąche noch unbenutzt ist. Hier dominieren die M├Ąnner als Farmer, da es noch keinen Zaun gibt und die Frauen, wie schonmal erw├Ąhnt, nicht die N├Ąchte auf dem Feld verbringen k├Ânnen!
Nachdem wir uns wieder alles abgeschaut hatten, sind wir zur├╝ck zum Center und haben uns wieder zu einem Meeting zusammengesetzt und ├╝ber alle ben├Âtigten Sachen geredet. Anschlie├čend hatten sie noch eine gro├če Portion Jollof Rice and Guinea Fowl (Perlh├╝hner sind das glaube ich) f├╝r uns vorbereitet. Diese H├╝hner sind hier total typisch und werden hier quasi immer gegessen ­čśÇ Chicken ist daf├╝r seltener! Und Tuozafi (TZ) ist sozusagen das Fufu im Norden, also das Lieblings-/Standartgericht hier ­čÖé Naja, ich liebe es einfach neue Sachen auszuprobieren und mag halt auch fast alles! Zur├╝ck im Hotel haben wir uns erst ein bisschen ausgeruht und sind abends nochmal losgegangen, weil es ja schlie├člich unser letzter Abend war. Ich will nicht zu viel verraten, aber es war unglaublich lustig, hier ein/zwei Bilder, die wahrscheinlich schon genug sagen ­čśÇ

Freitag (15.12.) sind wir dann mit nicht ganz so viel Schlaf wieder um 9 Uhr losgefahren und haben uns zwei verschiedene Projekte angeschaut, die nicht direkt etwas mit Felixfonds zu tun haben, aber die uns Rex (einer der obersten Leute von Trias) ans Herz legen wollte, weil nicht feststeht, ob diese in den n├Ąchsten Jahren von ihren eigentlichen Sponsoren noch unterst├╝tzt werden… Als erstes ging es also zum Center f├╝r sustainable rural development. Dort werden Teacher Meetings in dem Teacher resources Center abgehalten, wo diese besonders in ICT Skills geschult werden, denn das ist hier ├╝berall in den Schulen ziemlich schwer, da keine Computer vorhanden sind und die Lehrer das Wissen nicht haben, um es den Sch├╝lern richtig vermitteln zu k├Ânnen! Dieser Geb├Ąudekomplex wurde von der Amsterdam- Bolgatanga Fundation gesponsert und beinhaltet auch ein ICT Lab, in dem 15 gut ausgestattete Computer stehen, an dem die Schulen der Umgebung immer abwechselnd ihre ICT Stunden machen k├Ânnen. Dies ist sehr gut geregelt und hilft den Schulen ungemein! In meiner Schule wird ICT zum Beispiel mit einem Buch unterrichtet, in den ein paar Zeichnungen von Computerbildschirmen (Windows XP!) abgebildet sind und die Sch├╝ler m├╝ssen unter anderem die Tastatur auswendig lernen oder die Schritte zum ├Ąndern der Schriftfarbe in Word aufsagen k├Ânnen…! Total bescheuert, aber es gibt nunmal keine andere L├Âsung… Danach sind wir zum Subrungu Woman Center gefahren, das eigentlich ein bisschen wie das Farmer Training Center funktioniert, nur nicht f├╝rs Farming, sondern mit Workshops f├╝r Frauen, bei denen sie Weben und ├Ąhnliches lernen k├Ânnen. Es gibt ebenfalls ein Guesthouse und einen Versammlungsraum und wird aber von privaten Organisationen und nicht vom Staat unterst├╝tzt. Au├čerdem gab es dort auch eine Library, in der auch Schulklassen ihre Studien erledigen und einfach lesen k├Ânnen und das funktioniert ├Ąhnlich wie bei dem ICT Lab.
Zu guter letzt haben wir uns noch ein Haus abgeschaut, in dem eine gehandicapte Frau mit ihrer Familie lebte und dieses wurde auch von einer Organisation finanziert. Denn es gibt in Subrungu eine Frauengemeinschaft, die sich nach der rainy season in 2007 gebildet hat, da w├Ąhrend dieser ganz viele H├Ąuser zerst├Ârt wurden und sie bestimmen immer die ├Ąrmsten/ kranken/ bed├╝rftigsten Frauen aus ihren Reihen, die dann diese H├Ąuser bekommen. Es wurden bis jetzt 20 H├Ąuser in Subrungu und 5 H├Ąuser in Bongo gebaut. Danach ging es auch schon wieder zur├╝ck, wir packten unsere Sachen zusammen und machten und auf den Weg zum Bus! Jonas hatte sich n├Ąmlich entschieden, doch nicht den Flug zu nehmen, da sein Visum ja seit 4 Tagen ausgelaufen war und der Bus ├Ąhnlich viel gekostet hat, wie der Transport nach Tamale, die Nacht dort und die Fahrt zum Flughafen! Somit sind wir also um 15 Uhr in den Bus gestiegen und gegen 16 Uhr losgefahren. Diesmal mit dem O.A. Bus, nicht mit dem VVIP und direkt aus Bolga, was super praktisch war! Die erste Rast war leider irgendwo im Nirgendwo und somit bekamen wir dort nichts zu essen, waren aber schon total hungrig! Bei der zweiten Rast um 22 Uhr hatten wir dann aber Gl├╝ck uns haben uns erstmal richtig guten Jollof Rice geholt und in uns reingeschlungen ­čśÇ Um 5 Uhr morgens sind wir dann in Accra angekommen und haben Jonas Tante (eigentlich nicht wirkliche Tante, aber sie hat, als sie in unserem Alter war, auch f├╝r ein Jahr bei seiner Familie in Belgien gelebt und wurde deshalb von Jonas Gro├čvater immer liebevoll seine vierte Tochter genannt) angerufen, die uns quasi ein Taxi zu ihr nach Hause organisiert hat, da sie im Burma Camp (Milit├Ąrsgel├Ąnde) lebt und an der Absperrung zum Campgel├Ąde riefen wir sie erneut an und dann wurden wir nach einem kurzen “Yes, Sir!” auch schon durchgewunken. Sie hat uns super lieb empfangen und uns erstmal noch ein Weilchen ausruhen lassen, bis wir dann gegen 9 Uhr fit genug waren, um in den Tag zu starten. Sie hatte uns ein wundervolles Fr├╝hst├╝ck gemacht und wir sa├čen bestimmt noch 1-2 Stunden hinterher zusammen am Tisch und haben uns unterhalten! Das hat mir echt gefehlt. Einfach mal mit der Familie am Tisch sitzen, gem├╝tlich Essen und Reden. Da hab ich mich gleich zuhause gef├╝hlt ­čÖé Am Mittag hat sie uns einmal ├╝ber das Gel├Ąnde gefahren und und alles gezeigt! Es gibt sogar einen Reiterhof und einen Sportkomplex mit riesigem Schwimmbad. Dort sind wir dann gegen 16 Uhr auch nochmal hingegangen mit den beiden Kindern Samuel und Sally und das tat auch super gut. Abends haben wir dann alle zusammen noch einen Weihnachtsfilm geschaut und da hatte ich auch das erste mal ein bisschen Weihnachtsfeeling!

Am Sonntag (18.12.) sind wir dann morgens um 7 Uhr losgefahren zu den Eltern von Evelyn und haben dort alle zusammen gefr├╝hst├╝ckt. Dann sind wir weiter gefahren in die Kirche mit den beiden zusammen und sie gingen nicht in die Church of Christ, wie Williams und Margret, sondern in die Methodist Church! Dementsprechend anders lief auch der Gottesdienst ab. Zun├Ąchst wurde Ca eine halbe Stunde gesungen und getanzt (Worship) und es war wirklich nett mit anzusehen, wie viel Spa├č sie alle dabei hatten (sogar die Musik h├Ârte sich ganz gut an und es gab S├Ąnger, die auch singen konnten), aber als dann der Priest anfing zu predigen hatte ich echt Angst, einen H├Ârsturz zu bekommen, da er wirklich teilweise aus voller Kehle geschrien hat und das Mikrofon total ├╝bersteuert hat. Au├čerdem gab es im Gottesdienst sehr merkw├╝rdige Handlungen… Es wurden zum Beispiel einige Anwesende nach vorne geholt, dann hat der Pastor Ihnen die in ├ľl gebadete Hand auf das Gesicht gepresst und sie gesegnet oder so und diese sind dann umgekippt und wurden von zwei Helfern aufgefangen oder haben angefangen zu weinen. Nach 3 einhalb Stunden hatten wir es dann ├╝berstanden und sind nach “nebenan” gegangen. Dort hat die Familie ein Restaurant und wir haben erst mit Samuel Billiard gespielt und dann gab es den besten Fisch, den ich je gegessen habe! Einen riesigen gegrillten Tilapia mit ein bisschen Gem├╝se und frittierten Yam (also quasi Pommes)! Einfach super super lecker ­čÖé

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Am Montag (19.12.) mussten wir dann auch schon wieder alles zusammen packen (ich musste Jonas vor allem seinen Rucksack wieder geben, in dem ich einen Teil meiner Sachen hatte!) und am Mittag sind wir nochmal mit den Kindern zum Pool gegangen. Gegen 16 Uhr haben wir Mittag gegessen und dann hie├č es auch schon Abschied nehmen. Jonas Flug ging um 22 Uhr und wir trafen uns mit seiner Military Escort um 19 Uhr am Flughafen (der zum Gl├╝ck direkt um die Ecke vom Burma Camp liegt). Seine Escort brachte ihn n├Ąmlich ohne Probleme an der Visumskontrolle vorbei, was super praktisch war, wobei er ja nur eine Woche zu lange im Land gewesen ist und es wahrscheinlich nicht zu Problemen gekommen w├Ąre. Mir fiel der Abschied wirklich nicht leicht, da Jonas f├╝r mich wirklich ein Bruder und ein unglaublich guter Freund geworden ist und wir immerhin zwei Monate zusammen gelebt haben! Ich durfte durch ihn so unglaublich viel erleben und bin ihm unendlich dankbar daf├╝r! Zusammen wollen wir uns jetzt noch um die Organisation k├╝mmern und bleiben somit hoffentlich in engem Kontakt ­čÖé

Nun hei├čt es aber nach vorne schauen, denn schon morgen Abend darf ich meine geliebte Family und meinen Samu wieder in die Arme schlie├čen!!!
Ich freue mich auf euch!

Eure Kira ÔŁĄ´ŞĆ

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