Im Norden unterwegs

The travel begins
Na ihr Lieben, heute möchte ich euch vom Anfang meiner Reise in den Norden berichten!

Am Samstag, den 03. Dezember, bin ich morgens um 9 Uhr in Swedru in ein Trotro gestiegen und hatte sogar Glück mit dem Platz neben dem Fahrer. Ich hatte ein anregendes Gespräch mit dem Studenten aus Winneba neben mir über die Pflicht eines Mannes, auch die weiblichen Geschlechtsorgane und Zyklen zu kennen, und er war der erste, der mir sogar in Sachen “zu strenge” Religion zugehört hat! Aber genug davon… Er hat mir dann jedenfalls direkt ein Trotro zum Circle (quasi der Mittelpunkt von Accra und unglaublich unübersichtlich und voll…) gesucht, ist mit mir dort hingefahren und hat mir dann die Haltestelle für die VIP Busse gezeigt. So bin ich also früher als gedacht schon gegen 13 Uhr dort angekommen, habe mir für 80 Cedi (18€ für Accra bis Tamale, also 12 Stunden Fahrt) ein Ticket gekauft und durfte dann bis 16/17 Uhr auf den Bus warten- direkt neben einem Viehmarkt, sodass ich auch einen wunderbaren Geruch in der Nase hatte 😀  Ich bin durch Ghana aber generell viel viel geduldiger geworden und somit machte mir das Warten überhaupt nichts mehr aus! Kurz bevor wir in den Bus konnten, habe ich in einer echt netten Chopbar noch etwas gegessen und war dann über den Buszustand extrem positiv überrascht!

Klimaanlage und nur drei Sitze pro Reihe, sodass wir sowohl zu den Seiten als auch für die Beine genügend Platz hatten! Wirklich sehr komfortabel und statt um 5, sind wir dann zwar erst um halb 6 losgefahren, aber das war auch kein großes Drama. Die Ghanaer haben mit einem unglaublich schlechten Film auf Twi angefangen und ich habe, nachdem es draußen dunkel geworden war, einen Film auf meinem Laptop geguckt. Danach habe ich auch schon geschlafen und bin bei keiner Raststätte rausgegangen. Allerdings habe ich nach Ca. 4 Stunden Fahrt extrem angefangen zu frieren, weil die Klimaanlage viel zu stark eingestellt war für mich und obwohl ich sie bei meinen Sitzen ausgeschaltet hatte, war es einfach im ganzen Bus total kalt und das bin ich einfach nicht mehr gewöhnt! Nach der Rast um 2 Uhr nachts wurde dann der nächste Film angemacht! Ein japanischer Film mit englischen Untertiteln und sehr viel Kampfgeschrei. Ich habe aber seelenruhig weitergeschlafen und bin um 5 plötzlich aufgewacht und habe gemerkt, dass die Hälfte der Leute schon aus dem Bus ausgestiegen war! Wir waren schon angekommen. Ich bin dann direkt ins nächste Taxi, noch total verschlafen und wollte zum Catholic Guesthouse, habe vergessen vorher den Preis auszuhandeln und sollte dann beim aussteigen 25 Cedi, also 5€ für die 2 minütige Autofahrt bezahlen… Auf 15 Cedi konnte ich ihn dann wenigstens runterhandeln, war aber auch einfach noch total müde. An der Rezeption sagten sie mir dann, dass ich das Zimmer noch nicht haben könnte und warten müsse, bis jemand auscheckt und deshalb saß ich dort dann auch erstmal noch 1-2 Stunden herum. Dabei wollte ich doch endlich schlafen! 😀 gegen halb 7 konnte ich dann endlich in ein Zimmer, habe mich hingelegt und geschlafen und Filme geguckt, während ich auf Jonas gewartet habe. Der kam dann so gegen 16 Uhr an und wir sind erstmal in die Stadt gegangen und haben uns einen Salat!!! Und eine super leckere Pizza gegönnt.

Montag: Weiterfahrt nach Bolga
Am Montag (05.12.) sind wir dann relativ früh aufgestanden, haben im Restaurant vom Hotel unser Frühstück bekommen (Kaffee und Toast mit Marmelade!) und sind kurz in die Stadt gegangen, um die Bankaccount-Sachen zu regeln. Das war aber alles relativ schnell erledigt und somit konnten wir schon vor 12 Uhr ins Trotro nach Bolgatanga steigen und losfahren! Die Fahrt war fantastisch und die Landschaft unglaublich schön!!

imageHier im Norden sieht es viel mehr aus wie das Afrika, wie man es so erwartet: Savanne und lange weite Straßen auf denen man kein Auto weit und breit trifft, außerdem ist das Klima auch viel heißer und trockener, im Süden habe ich immer schon nach 10 Minuten draußen Herumlaufen angefangen zu schwitzen und hier hab ich das Problem trotz des wärmerem Wetters nicht… imageIn Tamale ist uns aber auch der andere Verkehr bereits extrem aufgefallen! In Swedru sind die Straßen überfüllt mit Trotros und Taxis und ich habe nie auch nur ein einziges Motorrad gesehen und in Tamale konnten wir plötzlich keine Trotros oder Taxis mehr finden, sondern nur noch ein paar private Autos, Tuc Tucs (wie in Indien, obwohl sie hier anders heißen!) und Unmengen an Motorrädern, egal wohin man schaut! 😀
Eigentlich ist es von Tamale nach Bolgatanga eine Strecke von Ca. 4 Stunden, doch nach genau 2 Stunden hatten wir leider Pech und unser Trotro ging kaputt. Es ließ sich nicht mehr schalten und im ersten Gang hätte die Fahrt wahrscheinlich noch weitere 10 Stunden gedauert. Also waren wir echt “stucked in the middle of nowhere”! Vor uns rannten Esel und Schweine über die Straße (konnte man in Swedru auch nie sehen) und alle blieben ganz geduldig sitzen, während der Driver den Schaltknüppel abmontierte und versuchte, etwas zu reparieren…

Als nach einer Stunde allerdings klar wurde, dass er und auch der andere Trotro Fahrer, der angehalten hatte, um nachzuschauen, keine Ahnung hatte, wie es zu reparieren ist, leerte sich das Trotro, 4 Glückliche der 22 Insassen quetschten sich in ein vorbeifahrendes Taxi und nun ja, der Rest (uns eingeschlossen) stellte sich darauf ein, weitere zwei Stunden zu warten, bis ein “Rettungstrotro” aus Tamale gekommen ist, um uns zu holen. Nach einer Stunde fanden wir dann allerdings ein fast leeres Trotro, das bis nach Walewale fahren sollte und der Fahrer bot uns an, für 7 Cedis auch nach Bolga zu fahren! Das wollten die anderen aber nicht, weil der Preis für sie zu hoch erschien und nur für uns 2 hätte der Fahrer das auch nicht gemacht. Wir hatten aber auch wirklich viel Gepäck dabei und hatten Angst, dass vielleicht nicht alle in das zweite Trotro aus Tamale passen würden und letztendlich konnten die anderen “Passagiere” den Preis auf 4 Cedis pro Person herunterhandeln und wir wurden endlich nach Bolga gefahren. Dort kamen wir dann um 19/20 Uhr statt um 16 Uhr an, aber hatten ja zum Glück keine großen Pläne, sondern waren nur erleichtert, endlich für die nächsten 10 Tage nicht mehr unser Gepäck von A nach B schleppen zu müssen!

Dienstag: Meeting
Am Dienstag (06.12.) sind wir mal relativ früh aufgestanden und haben Bolgatanga erstmal als Tourist erkundet, d.h. basically, dass wir ins Craft Center spaziert sind und dort 2 Stunden durch all die traditionellen Leder-, Korb- und Holzsachen gestöbert haben.

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Auch zwei Weberinnen konnten wir bei der Arbeit über die Schulter schauen!

Erst um 16 Uhr hatten wir dann ein Meeting mit unserer Kontaktperson von der Organisation Trias.
Jetzt stellt sich für die meisten die Frage: was mache ich hier eigentlich? 😀 Also, ich bin ja hier mit Jonas und sein Großvater (mit Zweitnamen Felix) war ein sehr wohlhabender und sozialer Mann und hat die Stiftung Felixfonds ins Leben gerufen. Jonas Großonkel lebte zu dieser Zeit bereits seit etlichen Jahren als “White Father” hier in Ghana (insgesamt für 53 Jahre!), da er als katholischer Missionar hier hergeschickt wurde und er war überall bekannt als Father Van, weil sein Name eigentlich Van den Hauten lautete, aber niemand hier das aussprechen konnte. Auf jeden Fall besuchte Jonas Großvater Father Van und erkundigte sich, ob es hilfreich wäre hier diverse Projekte bzw. die Stiftung ins Leben zu rufen und so begann alles. Mittlerweile sind die beiden gestorben und niemand fühlt sich dazu berufen, die Stiftung weiter zu führen (bzw hat genug Geld oder Zeit, um Spenden zu sammeln), weshalb das Konto nun geschlossen werden soll. Dazu sind Jonas und ich also hier: wir besichtigen den Großteil der Projekte und kontrollieren, ob alles so läuft, wie es gedacht ist. Außerdem versuchen wir einen Überblick davon zu bekommen, welche Projekte noch weiterer Hilfe bedürfen und inwiefern die Stiftung dafür aufkommen kann. Ich mache hauptsächlich Fotos, um alles zu dokumentieren und damit Jonas Anhaltspunkte hat, wenn er zurück in Belgien ist und über den Geldanteil, der in die einzelnen Projekte investiert wird (zusammen mit dem Bruder von Father Van), entscheiden muss.
Bei dem Meeting haben wir schließlich festgelegt, in welcher Reihenfolge und an welchem Tagen wir welche Projekte besichtigen. Es lief super gut und wir sind meistens sogar nicht auf public transports angewiesen.
Danach haben wir uns erstmal ein schönes kaltes Club (Standard Ghana-Bier) gegönnt und hatten einen netten Abend in einer Bar.

Mittwoch: GLOM – erstes Projekt
Heute am Mittwoch den 07.12. ist ein sehr wichtiger Tag für Ghana, denn sie wählen ihren neuen Präsidenten! Schafft es Mahama von der NDC einen weiteren Term von 4 Jahren Präsident zur bleiben oder schafft es endlich Nana, der Kopf der Opposition NPP, der es zum dritten Mal versucht? 🙂 Wir sind gespannt und wurden gewarnt, nicht zu viel Zeit in der Öffentlichkeit zu verbringen, weil Politik in Ghana wirklich sehr “gelebt” wird! Wir machen uns aber trotzdem nützlich und besichtigen GLOM, das Heim, das von Felix und Mary gegründet wurde. Die beiden leben zusammen in Bolgatanga und haben dort ein Heim für Kinder gebaut, deren Mütter sich gar nicht oder nicht gut genug, um ihre Kinder kümmern bzw kümmern können. Für die Ghanaer sind all solche Personen “mentaly disabled mothers”, deren Kinder Hilfe brauchen und letzteres stimmt auf jeden Fall, denn es gibt kein Sozialsystem und die Schwächsten in der Society sind komplett sich selbst überlassen. Wenn sich also die Familie nicht um diese Kinder kümmert, tut es niemand. Am Anfang lebten Mary und Felix mit all diesen Kindern zusammen in einem Haus und kümmerten sich alleine um sie. Mit dem Geld von Felixfonds konnten sie eine cooking woman und 3 Ersatzmütter einstellen für die Babys, die noch gesäugt werden müssen, und außerdem ein zweites Gebäude bauen, in das sie mit ihren eigenen Kindern dann gezogen sind. Zu diesem Zeitpunkt lebten sie mit 15 Kindern zusammen, von denen einige zur Schule gingen, eine mit 26 Jahren bereits arbeitete und einige noch Babys waren.
Felix und Mary haben uns auf jeden Fall um 10 Uhr abgeholt (nachdem sie fertig mit dem Voting waren), uns mit zu sich genommen und uns das ganze Gelände gezeigt. Es ist wirklich beeindruckend mit wie viel Herzblut sie diese ganze Sache leiten. Seit es das Heim gibt, konnten sie bereits 39 Kinder in ihre Familien re-integrieren (denn das ist der Sinn an dieser Sache) und beide arbeiten nebenbei als Lehrer an einer Schule, wodurch sie jeden Tag viele ihrer Pflegekinder wiedersehen, worüber sie sehr glücklich sind, weil sie doch ein Teil der Familie geworden sind. Auf ihrem Hof haben sie einen Garten, in dem sie sogar Plantain, Bananen, Cassava und Yam anbauen und alles täglich wässern müssen. Außerdem haben sie 40 Hektar Land, auf welchem sie Mais und Reis anbauen, sodass sie quasi essensmäßig unabhängig sind! Durch ein Rohr ins Grundwasser ist auch für genügend Wasser gesorgt, allerdings sind die Rohre seit über einem Jahr nicht mehr gesäubert worden und es gibt auch keinen Filter, was gesundheitlich besonders für die Babys wirklich schlecht ist.
Zur Zeit leben 6 Babys/Kleinkinder mit wirklich traurigen Lebensgeschichten bei Ihnen: ein Baby wurde in der Toilette gefunden, ein anderes unter einem Baum, beide wahrscheinlich, weil die Familie sich finanziell kein weiteres Kind leisten konnte oder weil nicht an Verhütung gedacht wurde; ein weiteres Kind hat HIV, die Mutter konnte sich das Krankenhaus nicht leisten und hat sich nicht ausreichend um das Kind gekümmert (aber die Großmutter schläft deshalb auch in Glom, um sich mit um das Kind zu kümmern, da es spezieller Aufsicht/Obhut bedarf); dann ist auch ein kleiner Junge von einer Teenage-Mum dort, also ein 14-/15-Jähriges Kind was noch zur Schule geht, wurde schwanger und hat überhaupt keine Chance, sich ums Baby zu kümmern…

Deshalb benötigen Sie 4 weitere Babybetten, damit sich nicht mehr zwei Babys ein Bett teilen müssen und haben außerdem einen Bedarf am Ersatz der Moskitonetze und an Vorhängen, da es in der Trockenzeit nachts sehr kalt wird und außerdem konnten wir sehen, dass der Boden und die Wände einen riesigen Riss hatten, da sich wahrscheinlich der Boden leicht abgesenkt hatte, weil nicht ausreichend Fundament gelegt wurde (aber davon verstehe ich nicht besonders viel!)…
Nach Besichtigung des ganzen Hofs, brachte uns Felix außerdem zu der Schule, die Felixfonds zum Teil mit finanziert hat und zu seinem Land und wir genossen ein wunderbares Mittagessen bei Ihnen (Reis aus eigenem Anbau und Nudeln mit einer super leckeren Soße)!
Gegen 17 Uhr haben sie uns zurück zum Social Center (in dem wir übrigens wohnen) gefahren und um diese Zeit begann das auszählen der Stimmen. Wir wussten nicht, ob es dann lauter werden würde, denn wir hatten den ganzen Tag eigentlich nichts gehört, aber Mary und Felix leben auch ein bisschen abgeschieden, etwas außerhalb Bolgas. Zum Abendessen holten wir uns direkt gegenüber vom Hotel etwas und gingen früh schlafen. Es war ein sehr schöner Tag und zu Felix und Mary hatten wir direkt einen sehr guten Draht, da sie gutes Englisch sprechen und soooo herzlich sind! Wir könnten uns auch gut vorstellen, dort Volunteers zu platzieren, denn es ist die Art Projekt, das ich zu Beginn meines Jahres hier erwartet und mir gewünscht hatte! Mary und Felix wären die perfekten Gasteltern, weil ich mich bei Ihnen von Anfang an wohler gefühlt habe, als bei Williams (so schade es ist), es gäbe genug zu tun, da man sowohl im Farming, als auch im Heim, als auch in der Schule helfen könnte und man würde sich gebrauchter fühlen, denke ich jedenfalls 🙂

Donnerstag: Pagapond Tourism und SWOPA/ zweites Projekt
Am Donnerstag, dem 08.12., wurden weiter die Stimmen der Wahl ausgezählt, aber es kam zu keinen Unruhen oder sonstigem. Alles war ganz normal. Felix holte uns wieder gegen 10 Uhr ab und wir starteten in Richtung Paga, wo es einen großen See gibt, genannt Chiefs Pool, in dem rund 200 Krokodile friedlich mit den Menschen zusammenleben. Sie sind keineswegs zahm, aber die Menschen glauben, dass sie mit ihnen verwandt sind und ihnen deshalb nichts tun. Auch die Rinder trinken dort regelmäßig und es kam wohl noch nie zu einem “Fehltritt” der Krokodile! Wir haben uns einen Führer gesucht und ein Hühnchen gekauft, womit ein Krokodil für uns an Land gelockt wurde. Echt spannend: erst wurde das Hühnchen etwas geschüttelt, damit es laute von sich gibt, aber als das Krokodil nicht weiter rauskommen wollte, ist einer der beiden Ghanaer ins Wasser gegangen und hat von hinten Wasser auf den Körper des Tieres gespritzt. Dann ist es weiter an Land geschwommen und um hinauszukommen, hob der Ghanaer den Schwanz des Krokodils an und schob es quasi, da die Tiere an Land zu unbeholfen sind! Ein göttlicher Anblick!!
Wir durften für weitere 5 Cedis auch Bilder mit dem Tier machen, ebenfalls den Schwanz anheben (der wirklich wirklich schwer war!) und als das Krokodil seine Pflichten erfüllt hatte, wurde es mit dem Hühnchen belohnt! Es war so cool mit anzusehen, wie es dieses im ganzen verschlungen hat und wir konnten sehen, dass Krokodile gar keine Zunge haben. Das Geld hat sich wirklich gelohnt.

Anschließend sind wir dann weiter nach SWOPA, also der Sirigu Womans Organisation of Pottery and Arts gefahren und haben uns dort alles genau angeschaut. Es wurde schon 1997 gegründet, um den Lebensstandard von Frauen und deren Familie zu erhöhen, um die einzigartigen Künste von pottery, wall designing und basketry, die zu den Hauptquellen der ökonomischen Abhängigkeit geworden sind, zu fördern, da die Sahara im Norden von Jahr zu Jahr mehr Gebiet erobert und somit Farming unmöglich macht und um einen Monopol im Bereich dieser Kunstgegenstände zu schaffen, womit verhindert wird, dass durch die Konkurrent auf dem Markt die Preise fallen und die Frauen nicht mehr genügend Geld für ihre Ware verlangen können. Mittlerweile gehören Ca. 450 Frauen zu SWOPA und verkaufen ihre Ware meist ausschließlich an diese, weil SWOPA Ihnen mehr Geld dafür gibt, als sie auf dem regionalen Markt bekommen würden (Monopolbildung). Das Projekt entwickelt sich unglaublich gut, denn inzwischen gibt es auch ein Tourist Center und Touristen können die Ware zu unglaublich fairen Preisen kaufen! Kein Handeln ist nötig, da überall feste Preise dranstehen und wirklich nie mehr verlangt wird, als die Produkte wert sind. Jonas und ich konnten das unglaublich gut mit dem Craft Center in Bolga vergleichen und es macht einfach so viel mehr Spaß zu kaufen, wenn man von vornherein weiß, wie viel man bezahlen muss und wenn die Preise so fair sind. Es wurden außerdem Hütten für Gäste über Nacht gebaut und dort eine Nacht zu verbringen lohnt sich auf jeden Fall für alle Kunstinteressierten, da man sowohl Workshops in painting, wall painting, pottery und basketry machen kann! Jonas und ich wollten auf jeden Fall den Pottery Workshop machen und müssen dafür aber mindestens an zwei Tagen kommen, weshalb sich das übernachten für alle lohnt, die solche Workshops machen wollen, denn man töpfert erst die Figur/Vase etc., muss dann das Smoothing machen und zum Schluss noch brennen, doch zwischen jedem Schritt muss das Gemachte erst trocknen. Um einen Korb zu weben, sollte man einen ganzen Tag einplanen, kleinere Bilder kann man schneller malen, aber auch für das Wall Painting braucht man einen ganzen Tag Zeit. Außerdem werden Hausbesichtigungen und Touren durch die Community angeboten und das Essen ist besonders gut für Familien mit Kindern, da es glaube ich das erste Mal seit meiner Zeit hier in Ghana war, dass ich wieder Nudeln in einer ganz einfachen (unscharfen!!) Tomatensoße genießen konnte. SWOPA lernt sogar für sehr geringes Geld junge ghanaische Frauen an, die kein Geld für ausreichende Schulbildung haben, wenn diese dann hinterher bei SWOPA bleiben und unterstützen.


Alles in allem haben Jonas und ich aber befunden, dass das Projekt quasi ein “grown up child” ist, denn als kleines Kind brauchte es Hilfe, um laufen zu lernen, denn Felixfonds hat bei dem Bau einiger Gebäude geholfen und generell vieles mitfinanziert, aber mittlerweile konnten sie sogar schon in Holland ihre Waren präsentieren und haben auch in Accra einen relativ großen Shop. SWOPA braucht jetzt also kein Geld mehr, sondern das einzige, was wirklich gebraucht wird, sind Kunden/ Touristen, die kaufen, auch mal über Nacht bleiben und vielleicht eine bessere Website, sodass man auch übers Internet Räume buchen oder Sachen kaufen kann. Somit sind wir zufrieden nach “Hause” gefahren und haben uns dafür entschieden, am nächsten Tag einen Workshop zu machen.

Freitag: Workshop and Party Night
Am nächsten Tag (09.12.) sind wir dann ganz entspannt aufgestanden, haben uns gegen 11 Uhr ein Trotro nach Sirigu gesucht und wurden dort von einem Highschool Schüler zu SWOPA geführt, da es doch etwas außerhalb von Sirigu liegt. Dort angekommen, wurden wir super lieb empfangen, haben uns ein Radler zum Mittag gegönnt und konnten um 2 Uhr mit unserem Pottery Workshop anfangen! Ich hatte unglaublich viel Spaß, wobei uns nicht allzu viel erklärt wurde, es ging mehr nach dem Prinzip “learning by doing” und wir hatten keine Zeitbegrenzung, sondern konnten uns richtig austoben 😀 Ich machte vier Sachen, während Jonas nach dem ersten Behälter die Lust verlor… Ist halt vielleicht doch so ein Frauending! Er wartete aber geduldig auf mich und hinterher aßen wir wieder lecker dort und hatten dann auch noch Glück, ein Auto zu finden, dass uns kostenlos bis zum Anfang von Bolga mitnahm. Von dort aus konnten wir ganz entspannt laufen und kamen gegen 18 Uhr wieder im Hotel an. Dort entspannten wir uns dann für zwei Stunden, gingen anschließend einkaufen (Brot für das Frühstück und Würstchen für das Abendessen) und machten uns dann mit dem Brot, unserem Ketchup und den Würstchen in der Bar ein super geiles Hotdog, während wir nebenbei unser kühles Bier genossen.
Die NPP hatte nun endgültig gewonnen, was wahrscheinlich eine gute Sache ist, denn Nana möchte Arbeitsplätze schaffen, was in Ghana unglaublich dringend notwendig ist, während sich Mahama zu sehr auf die Bildung konzentriert, denn was bringt super Bildung für alle, wenn es nicht genügend Arbeit gibt?! Aber mal sehen, wie viel er davon auch tatsächlich umsetzen kann, angefangen beim Bauen von Dämmen in jedem Dorf im Norden, um das Wasser in der Regenzeit auch bis in die Trockenzeit nutzen zu können und dem Bau von Fabriken, um Arbeit zu schaffen… Da Politik in Ghana aber wirklich wie ein Fest gefeiert wird, war die ganze Straße voller singender und jubelnder Menschen in blau/rot/weiß, was für uns etwas unverständlich war 😀
Nach zwanzig Minuten luden uns dann noch 5 Engländer ein, dass wir uns zu Ihnen setzen können, sie wären für 3 Monate hier Freiwillige in Bolgatanga und hätten nun ihre letzte Woche hier und wollten das nochmal feiern. Nach der ein oder anderen Runde Billard und dem ein oder anderen Bier in der Bar machten wir uns noch auf den Weg in einen kleinen Club (dem einzigen hier) und hatten noch eine lustige Nacht!

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Samstag: Bongo Hills (some more Tourism)
Den Samstag (10.12.) haben Jonas und ich dann total verschlafen mit Felix und Mary bei Ihnen im Haus verbracht, weil sie uns schon um 10 Uhr abgeholt hatten, wir aber erst um 5 Uhr im Bett waren! 😀 Wir haben ferngesehen, Klavier gespielt und Wakye (also Reis mit Bohnen und Soße) gegessen, während wir auf Mary gewartet haben, die noch ein Meeting wegen der Elections hatte und sind dann mit ihr zusammen und mit ihrer 5 Jahre alten Tochter Miracle zusammen zu einem Staudamm und den Bongo Hills gefahren! Dort haben wir einen befreundeten Lehrer abgeholt, der uns dann bis hoch auch den Berg geführt hat, was mit sehr viel klettern verbunden war, aber es hat sich 100 prozentig gelohnt!! Beinahe oben angekommen, hatten wir ein unglaubliches König der Löwen Feeling, konnten wirklich bis zum Damm sehen und der Sonnenuntergang tauchte alles in rot-gelbliches Licht!

Einfach wunderschön und den ganzen Tag fühlte es sich einfach an, wie Familie, weil Jonas für mich sowieso schon mein Bruder ist und Felix und Mary so herzliche Menschen sind. Sie sprechen auch mit ihren Kindern zuhause nur Englisch, da sie ja durch die Kinder im Heim teilweise unterschiedliche lokale Sprachen (fafar, Twi, Fantse) hatten und es damit für alle einheitlich wird und auch später in der Schule einfacher ist, wodurch sie auch alle so gut mit uns reden und spielen konnten!
Am Abend fielen wir aber einfach nur noch tot ins Bett!

 

bis bald!

Eure Kira❤️❤️❤️

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