Sightseeing und Wasserfälle- meine Wochenenden

Hey meine Lieben,
Ich habe ja jetzt seit einiger Zeit nichts mehr geschrieben, deshalb muss ich euch mal ein wenig updaten/ auf den neuesten Stand bringen. Mein Schulalltag hat sich etwas verändert und mittlerweile sind alle Lehrer der JHS vollständig. Das ist auf der einen Seite sehr gut für die Schüler, auf der anderen Seite ein bisschen blöd für uns, da wir jetzt ziemlich überflüssig sind… Bis auf ein bisschen Hefte korrigieren haben wir den Großteil des Tages nichts mehr zu tun und auch wenn mir die Lehrer anbieten, eine Stunde zu übernehmen, sehe ich darin nicht den Sinn meines Freiwilligendienstes. Ich möchte nicht den eigentlichen Lehrern die Stunden klauen, sondern einspringen, wenn mal Not am Mann ist oder auf die Kleinen aufpassen und genau deshalb sind Josi und ich Anfang dieser Woche mal zu unserem Schulleiter gegangen und haben ihm die Situation erklärt. Jetzt hoffen wir, dass wir auch mal in der Primary School helfen können und vielleicht andere Aufgaben bekommen.
Heute wollte ich euch aber eigentlich lieber von ein paar unserer Wochenendausflüge erzählen. Vor zwei Wochen (24.-25. September) war ich noch einmal in Accra, diesmal sind Lorena und ich nur von Samstag morgen bis Sonntag mittag geblieben und haben etwas Sightseeing gemacht. Gegen 11 Uhr waren wir in Accra und haben uns zunächst den Independence Arch angesehen, der auf der Spitze vier schwarze Sterne (in jede Himmelsrichtung einen) trägt. Diese sollen den Vorbildcharakter Ghanas als erstes unabhängiges Land des “schwarzen” Kontinents symbolisieren. Direkt daneben befindet sich der Independece Square oder auch Black Star Square, ein riesiger Platz, der für staatliche Veranstaltungen und Festivals (besonders für die Feier des Independece days – eine Parade) genutzt wird und von riesige Tribünen in den Farben Ghanas, dem Black Star Monument und einer Soldatenstatue geziert wird. Der Soldat hat seinen Blick zum Torbogen gerichtet und steht für die vielen Ghanaer, die im Kampf um die Unabhängigkeit ihr Leben gelassen haben.
Anschließend wollten wir weiter auf den Arts Market, wo wir uns mit zwei anderen Freiwilligen getroffen haben und direkt von den ersten Verkäufern angequatscht wurden, dass wir doch ihre Freunde seien und unbedingt bei Ihnen eine Trommel kaufen sollten. Einer davon bot uns aber an, uns ein kleines privates Trommelkonzert zu geben und so begleiteten wir ihn zu seinem Stand und waren wirklich begeistert von der Musik. Danach haben wir dann sogar noch einen Trommelunterricht bekommen und konnten dann wirklich schön mit den Inhabern zusammen spielen! Das hat wirklich Spaß gemacht!
Danach sind wir ganz gemütlichen durch alle tollen Stände geschlendert und haben die Arbeiten der Verkäufer bewundert. Es gab echt unglaublich schöne Gemälde, Schnitzereien und alles andere, was man sich so vorstellen kann. Klamotten, Stoffe, Schuhe und ähnliches genauso wie Schmuck oder Schlüsselanhänger. Ich sags mal so: wir sind alle ein bisschen ärmer wieder heraus gekommen…! 🙂
Am Abend haben wir uns dann gemütlich in ein Fastfood Restaurant mit Klimaanlage gesetzt und genüsslich unseren ersten Burger seit langer Zeit wieder gegessen. An die Klimaanlage waren wir nicht mehr gewohnt und so froren wir sogar bei 26 Grad (stand auf der Klimaanlage)!
Dann sind wir nur noch zurück zum Hotel gelaufen und erschöpft ins Bett gefallen.
Am nächsten Morgen stand uns dann ein wahres Abenteuer bevor: wir sind extra früh aufgestanden, um pünktlich um 9 Uhr im Shoprite zu sein (der europäischen Mall), da Lorena und ich für unsere Gastfamilien deutsch kochen wollten und deshalb einkaufen mussten. Ich wollte noch am selben Tag kochen, da es Margrets (Gastmama) Geburtstag war und Lorena am Montag. Also sind wir möglichst schnell auch zur Trotro Station gelaufen und haben dort auch ein Trotro erwischt… Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn wie auf Knopfdruck fing es daraufhin an zu regnen und hörte nicht mehr auf! Nach einiger Zeit standen die Straßen komplett unter Wasser und hatten sich in reißende Flüsse verwandelt, die Häuser der Leute wurden überflutet und die Busse und Lastwagen konnten nicht mehr weiterfahren… Auch unser Trotro hielt zwar einige Zeit länger durch, konnte aber dann auch nicht mehr weiter und so warteten wir erstmal eine Stunde, bis der Regen nachgelassen hatte und wir das Trotro wechseln konnten. Deshalb waren wir leider auch so spät zuhause, dass ich das Kochen nicht mehr schaffte und Margret auf den Tag danach vertrösten musste.
Das Kochen war allerdings dann ein voller Erfolg. Ich hatte mich für Spinat Lasagne entschieden und Williams und Margret haben beide immer noch nachgenommen und es hat ihnen richtig geschmeckt! Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, weil sie meinten, dass sie das letzte deutsche Essen nicht wirklich lecker fanden (von Freiwilligen vor mir).
Bei Lorena gabs am Dienstag dann Nudeln in Käse-Sahne-Soße und da ihre Gastfamilie das anscheinend nicht so toll fand, blieb genug für uns und den nächsten Tag übrig. Das fanden wir natürlich schade für sie, aber super für uns und waren einfach glücklich über den Käse, den wir hier so vermissen!! Auch Salat und rohes Gemüse vermisse ich total, aber da haben wir einfach zu viel Angst uns etwas einzufangen, besonders auf der Straße…
Am Wochenende darauf blieben wir zuhause und entspannten einfach nur. Ich ließ mir die Haare wieder twisten und wir machten eine Pyjama Party zu viert mit Pfannkuchen zum Frühstück!
Am Montag, dem Tag der deutschen Einheit, bin ich dann noch mit ein paar Leuten zum Strand gefahren und hatte wieder einen super schönen und echt sonnigen Tag (hab mir natürlich erstmal nen Sonnenbrand geholt!).
Die letzte Schulwoche war auch ganz spannend, da wir am Mittwoch zusammen mit anderen Lehrern bei einem Workshop waren, bei dem wir Showergel selbst hergestellt haben und dann auch was davon mit nach Hause nehmen konnten und am Freitag sind wir durch ganz Asafo gelaufen mit den Schülern aus dem Kindergarden und der Primary School sowie mit einer kleinen Musikertruppe (zwei Trompeten, eine Posaune und drei Trommler), um mehr Schüler an die Schule zu bekommen. Dafür hatten wir sogar am Tag vorher kleine Plakate vorbereitet.
Jetzt gerade sind wir auf dem Rückweg aus Koforidua, wir sind am Freitag nach der Schule losgefahren und über sehr abenteuerliche Straßen gegen 20 Uhr dort angekommen. Am Samstag sind wir dann sehr früh losgefahren, um uns die Botifalls, zwei Wasserfälle direkt nebeneinander, und den Umbrella Stone anzusehen. Schon in Koforidua haben wir gesehen, dass es viel grüner ist, als in Swedru und Umgebung und haben uns sehr auf den Trip gefreut. Im Trotro bis zu den Wasserfällen haben wir dann direkt einen Guide und eine super nette Australierin kennen gelernt, die für zwei Jahre in London lebt und mal einen Abstecher nach Ghana gemacht hat. Dort angekommen sind wir dann alle zusammen losgelaufen, haben noch zwei andere Freiwillige kennen gelernt, die in Koforidua selbst wohnen und sind dann gemeinsam erstmal den langen Weg zu dem Umbrella Stone gewandert. Es gibt da so ein schönes Sprichwort “Der Weg ist das Ziel” und bei dieser abenteuerlichen Wander- und Klettertour haben sich sowohl der Weg als auch der Stein gelohnt. Wir sind durch einen Bach gewatet, weil die Brücke durch den vielen Regen in den letzten Tagen weggespült wurde und mussten das ein oder andere Mal ein paar Berge erklimmen.
Der Ausblick von dort oben war dann allerdings jede Mühe wert.
Als wir dann wieder zurück waren, konnten wir uns auch die Wasserfälle ansehen, der rechte ist der größere und wird deshalb Male, der linke female genannt. Es war sehr sehr eindrucksvoll und der Wasserfall ist zur Zeit so stark, dass alles im Wassernebel versank. Wunderschön!!

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