Accra- Markt & Mall

Halli hallo, also zeitlich hänge ich mit den Blogeinträgen immer etwas hinterher, da gerade bei uns so viel los ist… Direkt am Freitag nach der Arbeit im Krankenhaus ging es für Liv, Josephine, Rike (eine ehemalige Freiwillige) und mich los nach Accra, der Hauptstadt Ghanas. Wir haben ein super luxuriöses Trotro erwischt, dass sogar eine Klimaanlage hatte und sind ganz entspannt dort angekommen. Allerdings wurde es dann sehr hektisch, da Accra unglaublich voll und durcheinander ist. Wir mussten erst ein Tro zum Circle (eine Art Kreisel in der Stadtmitte, auf dem immer Stau ist) und von dort aus ein weiteres nach Osu nehmen, wo wir dann in unser Apartment gelaufen sind. Diesmal bezahlen wir sogar nur 15 Cedi pro Nacht (3-4€), dafür schlafen wir aber in einer Dometry, also einem 6er Zimmer, in das noch andere mit reinkommen können. Das ist aber das Wochenende über nicht passiert, wodurch wir schön viel Platz hatten.
Nach unserer Ankunft haben wir uns erstmal auf die Suche nach etwas Essbarem gemacht und ich hatte einfach unglaublich Lust auf frisches Obst! Also habe ich mir eine Ananas, ein bisschen Wassermelone und Bananen geholt. Die Ananas schmeckt komplett anders als in Deutschland! Viel süßer und so, dass ich sie mag…was wirklich ein Wunder ist 😀 ich liebe hier übrigens auch total die Papaya aus dem Garten, die so richtig schön weich und saftig ist!
Aber zurück zum Wochenende: Abends sind wir dann mit Rike und einem ihrer ghanaischen Freunde und dessen Cousin losgelaufen und haben eine tolle Shishabar gefunden, von der wir auf die Straße herunterschauen konnten und in der unsere favourite ghanaian songs liefen. Die Musik macht hier einfach total gute Laune! 🙂

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Am Samstag sind wir dann erst um 12 Uhr aus dem Bett gekommen, sind dann aber auch direkt frühstücken gewesen und haben einen netten kleinen Laden gefunden, wo wir dann auf der Straße für 2 Cedi (50cent) jeder ein egg bred gegessen haben (Brot mit Omlette dazwischen!).
Danach ging es direkt weiter auf den Markt, allerdings war das einfacher gesagt, als getan, denn komischerweise wusste niemand, wo hier ein Second Hand market sein soll… Als wir dann den anderen Namen endlich herausgefunden hatten, kamen wir dann schnell dort an und mussten uns wirklich erstmal durch riesige Menschenmassen kämpfen…! Dann gelangten wir in eine Art Hinterhof mit ganz vielen Ständen aneinander und könnten auch mal in Ruhe etwas stöbern, allerdings war alles so dreckig, dass es uns nicht wirklich eingeladen hat, etwas zu kaufen. Ein Teil des Marktes war auf einem alten Bahnhof, wo sogar noch der Zug drin stand, doch die Verkäufer hatten alle nur eine Plane auf den Boden gelegt und darauf lag ein Haufen Kleidung, den man für extrem günstige Preise kaufen konnte. Allerdings lag direkt daneben auch ein riesiger Müllhaufen und das war für mich persönlich so anstoßend, dass ich auch dort nicht das Verlangen verspürte, etwas zu kaufen… Wir haben auch alle nach eigenen Sachen Ausschau gehalten, die wir mal in die Altkleidersammlung gegeben haben und die dann nach Ghana verschifft wurden und machten uns dann doch irgendwie Gedanken darüber, dass es die Wirtschaft hier kaputt macht… Andererseits können sich vielleicht einige auch gar keine teureren Sachen kaufen.

imageVerkäufer vor einem Müllberg

Nach diesem nicht ganz so spaßigen Erlebnis, wie gedacht, wollten wir dann noch etwas Sightseeing machen und sind nach James Town, einem Fischerdorf in Accra gefahren.
Das war wieder sehr aufregend, da wir direkt von einem Typen abgefangen wurden, der uns 30 Cedi pro Person für eine Besichtigungstour von Leuchtturm und von Dorf abnehmen wollte. Da er aber so unscheinbar aussah und wir nicht glauben konnten, dass es wirklich so viel kostet, wollten wir von ihm zum Office gebracht werden und er sollte uns zeigen, wo das steht. Also sind wir ein Stück ins Dorf hineingelaufen und er hat dann einfach den Chief geholt, der meinte, wir sollen einfach nur unseren Namen ins Buch eintragen und könnten auch für 10 Cedi alle zusammen da durch gehen. Wir hatten aber genug von dem ganzen Bedrängen und Bequatschen und sind deshalb lieber wieder gefahren. Auch den Leuchtturm konnten wir nur von außen betrachten und es auch nicht wirklich genießen, weil wirklich immer sofort jemand zu uns gestürmt kam und Geld von uns wollte…
Deshalb sind wir dann direkt wieder in unser Viertel Osu gefahren und wollten uns dort die große Westhills Shopping Mall ansehen, von der uns die ehemaligen Freiwilligen erzählt hatten. Dort sind wir direkt in den Shoprite gegangen und andächtig durch jede einzelne Reihe geschlendert, denn es hätte ein Laden in Europa sein können.

imageEs gab sogar eine Fleischtheke, Nutella und richtige Schokolade (!!!), denn die Schokolade hier schmeckt mir leider gar nicht… Am meisten Sehnsucht hatte ich aber nach dem Salat , weil wir hier in Ghana niemals ungekochtes Gemüse essen können! Auch die anderen reagierten ähnlich. Ich kaufte mir das erste mal seit langem wieder eine Cola light und einen Salat und Liv gönnte sich ein Nutellaglas, das natürlich extrem überteuert war. Aber wir waren glücklich und fühlten uns zuhause, nur weil wir durch einen Supermarkt gehen konnten, der für uns in Deutschland nichts besonderes war. Es gab uns irgendwie auch zu denken, durch welche materiellen Dinge wir uns eigentlich definieren und was wir brauchen, um glücklich zu sein. Wozu brauchen wir denn Milch oder Joghurt von 5 verschiedenen Marken, die sowieso alle gleich schmecken?
Es war komplett das andere Extrem, wenn man es mit dem Markt auf der Straße vergleicht und beides hat uns doch schon ziemlich auf verschiedene Art und Weise geschockt.

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