Fetu Afahye (Cape Coast Festival)

Hallo ihr Lieben, über das Wochenende waren wir schon wieder in Cape Coast und haben uns wieder das Oasis als Schlafplatz ausgesucht. Warum so wenig Abwechslung? Bei unserem letzten Wochenendtrip nach Cape Coast haben wir erfahren, dass dort immer am ersten Septemberwochenende des Jahres von den Chiefs und Einwohnern das Festival Fetu Afahye gefeiert wird und aus ganz Ghana die Menschen nach Cape kommen, um es zu bewundern!

image.jpegDas konnten wir uns ja nicht entgehen lassen 🙂
Es wird jährlich gefeiert, da es in der Vergangenheit eine schlimme Epidemie gab, bei welcher viele Menschen gestorben sind. Die Einwohner beteten zu Gott, dass er ihnen dabei hilft, mit der Krankheit fertig zu werden und heutzutage wird es gefeiert, um die Stadt sauber zu halten und um zu verhindern, dass eine erneute Epidemie hereinbricht.
Der Name “Fetu” ist original bekannt als “Efin Tu” (“doing away with dirt”).
Außerdem wird das Festival in der Oguaa Traditional Area als eine Art Kalendar für die farming seasons benutzt – “Afehyia” heißt nämlich “a loop of seasons”.
Es geht eigentlich eine ganze Woche, wir konnten allerdings erst am Freitag los, da ich nun wirklich die zwei Wochen im Krankenhaus arbeiten kann! Darüber aber später mehr 😉
Wir haben uns also am Freitag alle um 14 Uhr in der Stadt getroffen und uns in ein Trotro gesetzt, dass allerdings erst um 15 Uhr voll wurde und los fuhr… Ich hatte eine total nette Sitznachbarin und hab mit ihr ein bisschen geredet. Als sie sich dann auf dem Weg so eine Knabberstange gekauft hat, sollte ich unbedingt mal probieren und hat auch allen anderen ein Stück angeboten. Zum Abschied hat sie mich dann sogar umarmt, diese Freundlichkeit überrascht mich immer wieder 🙂 Ein anderes Mal bin ich zum Beispiel mit zwei dicken Rucksäcken beladen von der Taxi Station nach Hause gelaufen und habe auf dem Weg zufällig eine Frau getroffen, die in die gleiche Richtung lief. Sie hat mich noch nie vorher gesehen und direkt gesagt, dass sie mir das jetzt abnehmen muss und dass das ja ganz selbstverständlich sei, weil sie ohnehin in diese Richtung ginge. Finde ich einfach super lieb!
Naja, in Cape Coast angekommen sind wir jedenfalls dann so gegen 17 Uhr, wodurch wir nur noch Ca. 1 Stunde im Hellen hatten (denn ab 18 Uhr wird’s dunkel). Deshalb haben wir dann so schnell wie möglich versucht, den Carnevalsumzug (am Orange Friday kleiden sich alle Leute in Cape Coast Farben und laufen – wie bei einem Carnevalsumzug – feiernd durch die Straßen) zu finden.

Leider sind wir wohl immer zum falschen Zeitpunkt in der Stadt angekommen, dafür konnten wir aber das Fest sehen, das auf einem großen Platz mit Musik und Essensständen gefeiert wurde.
Da es aber leider schon dunkel war, sind meine Bilder leider nichts geworden… Auf dem Rückweg zum Hotel konnten wir dann doch noch einen Blick auf den Umzug werfen und waren begeistert! Zwei riesige LKWs waren ausgestattet mit großen Musikboxen und hatten Unmengen an Menschen hinten drauf, die getanzt und gesungen haben, was das Zeug hält und alle anderen sind diesen hinterher gelaufen.

Am Samstag morgen haben wir uns erstmal in die Sonne an den Strand gelegt und sind dann gegen 12 Uhr in die Stadt gelaufen, um was leckeres zu essen und den eigentlichen Umzug des Festivals, den Höhepunkt, zu sehen.
Wir standen eigentlich vier Stunden lang fast nur an einer Stelle und haben dem bunten Treiben zugesehen. Das kann man gar nicht richtig beschreiben, aber ich möchte es wenigstens mal versuchen: also zuerst kamen ein paar Akrobaten, die mitten auf der Straße Flick Flacks, Saltos und Kunststücke gezeigt haben alle paar Meter ihre kleine Show wiederholt haben.

image.jpegDarauf folgten viele edle Damen und Herren mitsamt einen großen Gefolge in der selben Farbe. Jeder hatte auch seine eigenen vier Luftzufächerer, die meisten auch noch Trommler und vorne weg ist auch oft ein Fahnentänzer gelaufen, der eine kleine Vorführung gegeben hat. Sie haben wie die Könige den Leuten am Straßenrand zugewunken und wurden bejubelt:


Es wurde übrigens sowohl im Umzug als auch am Straßenrand unerlässlich getanzt, denn es gab auf allen Gassen und Straßen riesige Boxen, die alles mit typisch ghanaischer Musik beschallt und gute Laune verbreitet haben.
Danach kam auch schon das eigentliche Event des Tages: Die Chiefs wurden von vier Männern in einer riesigen “Kiste” auf dem Kopf umhergetragen, haben ihrerseits wieder die Leute gegrüßt und wurden über alle Maße bejubelt und bewundert! Das sah schon sehr eindrucksvoll aus, denn jeder Chief wurde zusätzlich noch mit einem schicken Schirm bedeckt und ihm folgten 3 große Trommeln, die ebenso hoch getragen wurden und fast genauso schwer aussahen!
Außerdem gab es je nach Rang (denke ich jedenfalls) noch einen Kissen-/ beziehungsweise Thron- Träger. Ich zeige euch einfach mal ein paar Bilder:

imageimageimage
Doch auch danach war es noch lange nicht vorbei: es gab noch Stelzenläufer, die so hoch waren wie ein Haus, mehrere bunte Wägen (zB vom MTN, einem Internetanbieter oder von Energydrinkverkäufern oder Safer Sex etc), weitere Akrobaten und vieles mehr! Wir konnten uns auf jeden Fall gar nicht satt sehen.
Als die Parade dann am Schluss angekommen war, sind wir ihr bis auf einen großen Platz (Chapel Square, direkt vor unserem Hotel!!) gefolgt, auf welchem dann mehrere Reden gehalten wurden und mehrere Tausend Menschen von Tribünen aus zugeschaut haben. Denn sogar der Präsident von Ghana ist ganz nah am uns vorbeigefahren und hat uns “How are you?” gefragt! Wir waren so perplex, dass wir in der Schnelle natürlich gar nicht antworten konnten 😀
Danach haben wir uns noch an den vielen Ständen etwas zu essen und zu trinken geholt und sind dann um 19 Uhr zurück ins Hotel gegangen und haben uns ausgeruht.

Am Sonntag sind wir dann vor unserer Rückfahrt noch zum Fort Williams gelaufen und haben die Familie gefragt, ob wir nach oben auf den früheren Leuchtturm dürfen und sie ließen uns. Das Fort wurde zur Verteidigung des Cape Coast Castles gegen die Attacken der Ashantis gebaut und später dann zum Leuchtturm umfunktioniert/umgebaut. Heutzutage leben dort, wie gesagt, verschiedene Familien und man kann nett fragen und einen kleinen Tipp dalassen, um von oben Fotos zu machen.

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