Cape Coast Weekend

Hello again, heute möchte ich euch von unserem Urlaubswochenende berichten!

Wir haben ja von Mittwoch bis Freitag in den Gastfamilien verbracht, um sie erstmal kennen zu lernen und sind dann am Freitag morgen um halb 9 in Richtung Cape Coast gefahren…
Wir wollten uns eigentlich um 9
Uhr in Swedru treffen (daraus wurde allerdings halb 10) und mussten anschließend ein Trotro nach Winneba nehmen. Wir haben es dann aber sogar geschafft, einen Cape Coast Trotro Fahrer davon zu überzeugen, dass er einen Platz freihält und über Winneba fährt, sodass wir Hanna direkt auf dem Weg einsammeln konnten.
In Cape Coast angekommen, konnten uns ein Taxi zum Oasis (unserem Guesthouse) nehmen. Dabei wurden wir dann preislich leider total über den Tisch gezogen, denn für die ganze Strecke nach Cape Coast mussten wir nur 10 Cedi bezahlen und die zwei Straßen mit dem Taxi haben dann nochmal 5 Cedi gekostet!! Ein ziemlicher Obroni Preis eBen, denn an das Handeln müssen wir uns erst noch gewöhnen, das haben wir an diesem Wochenende definitiv gelernt… Das Guesthouse war allerdings der Hammer! Es lag direkt am Strand, also unser Zimmer ging quasi direkt in den Strand über und die Duschen waren so idyllisch, dass es für mich jedes Mal voll das Erlebnis war 😀 Denn die waren draußen unter Palmen, sodass man beim Waschen den blauen Himmel und Kokusnüsse bewundern konnte! Einschlafen konnten wir jeden Abend unter Meeresrauschen und haben es echt genossen…

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Der Blick aus unserer Zimmertür!

Nachdem wir unser Hotel zuende erkundet hatten, wollten wir gerne das Elmina Castle besichtigen. Wir fuhren die 10km mit dem Taxi und am Ende wollte der Fahrer schon wieder 10 Cedi! Als ich das dann auf 5 Cedi runtergehandelt hatte (was immer noch viel zu viel war), kam der zweite Taxi Fahrer an und lies uns nicht gehen, weil er 7 Cedis wollte… Also bezahlten wir eben das und waren schon sehr genervt von der ganzen Situation. Da wir außerdem etwas zum Mittag essen wollten und auf der Straße nicht so richtig was fanden, kauften wir uns einfach alle zusammen zwei große Brote und aßen die dann. Dabei entstand auch einer der besten Insider des Wochenendes, denn die Fliegen waren echt penetrant und setzten sich die ganze Zeit aufs Brot, weshalb Liv jedes Mal ausgerastet ist und meinte, die Fliegen in Afrika(!) seien so unhygienisch! Weil die Fliegen in Deutschland ja so viel hygienischer sind und sich nie auf irgendwelche Kackhaufen setzen… Draus resultierte dann eine ziemlich lustige Diskussion über den Hygienegrad von Fliegen verschiedener Länder 😀
Danach sind wir dann gut gesättigt ins Elmina Castle gegangen (Eintritt 30 GHS) und haben umsonst eine Führung alleine als 6er Gruppe bekommen.

Ein paar kurze Infos über das Castle und unsere Eindrücke:
Das Elmina Castle war ursprünglich nicht für den Sklavenhandel gedacht, sondern diente als Wohnsitz für die ersten Missionare und Händler der Portugiesen, die die Goldküste entdeckt und erobert hatten (1482). Schon nach kurzer Zeit wurde das Castle allerdings einer der wichtigsten Stops des Altlantic Slave Trades und dieser Handel wurde vom den Niederländern und den Briten immer weiter fortgesetzt, bis Ghana 1957 seine Unabhängigkeit erlangte.
Aufgrund der unmenschlichen Bedingungen starben von 2 von 3 Sklaven und für die Meisten war das Castle der letzte Ort im eigenen Land, den sie sehen konnten, denn waren sie erstmal auf dem Schiff, gab es kein zurück mehr und für viele auch der letzte Ort an Land, denn die Überfahrt forderte ebenfalls sehr viele Opfer.
Zuerst wurden wir in den Frauentrakt geführt. Hier lebten in einem eigentlich als Lagerhalle gedachten engen Raum um die 150 Sklaven mit nur einem kleinen Luft- und Lichtloch in der Wand und ohne Möglichkeit, die Fäkalien zu separieren. Wenn der Gouverneur dann Lust hatte, lies er die Sklavinnen in einer Reihe aufstellen, wählte sich eine für sein Schlafgemach aus und diese musste sich dann in einem Regenwasserbrunnen waschen und wurde genährt, damit sie genügend Kraft für den Akt hatte. Die meisten Frauen wurden Schwanger und erlangten so die Freiheit, weshalb man eine Häufung von europäischen Namen in Küstennähe feststellen kann (auch heute noch!).
Anschließend lernten wir zwei Arten der Bestrafung kennen und mussten ausprobieren, ob wir den Peitschen ausgesetzt worden wären oder nicht. Denn weigerte sich eine Frau, zum Gouverneur zu gehen oder ähnliches, musste sie versuchen, eine wirklich schwere (!) Kanonenkugel hochzuheben und schaffte sie es nicht (was meistens der Fall war), wurde sie ausgepeitscht oder wurde an die Kugel gebunden und musste viele Tage ohne Wasser und Nahrung in der Sonne mitten auf dem Hof stehen. (Von uns 6 konnten nur zwei die Kugel hochheben und wir haben hier definitiv genug zu essen…)
Der Männerbereich war ähnlich aufgebaut, aber für die gab es als Bestrafung einen Raum, in den sie gesperrt und dort gelassen wurden, bis sie starben.
Auf der Seeseite wurden wir außerdem zur “Door of ne Return” geführt. Wer hier erstmal drin war, hatte keine Hoffnung mehr auf Freiheit und trotzdem war es die einzige Möglichkeit die Familienmitglieder des anderen Geschlechts ausfindig zu machen, falls diese noch lebten. Dort zu stehen und hinauszublicken war doch ein sehr beklemmendes Gefühl…

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Nach der Tour durch das Castle (die übrigens um die 2 Stunden gedauert hat, da wir auch sehr viel nachgefragt haben), sind wir dann auch erstmal dort was essen gegangen und haben unsere Sorgen bezüglich der Rückfahrt mit dem Taxi dann unserer Kellnerin mitgeteilt, die uns daraufhin eine Eskorte von drei Verkäuferinnen mitgegeben hat, die sich darum kümmern sollten, dass wir auch wirklich nur 2 Cedis 80 Pesewas bezahlen müssen! 😄
Als wir dann aber zum Taxistand kamen, erlebten wir mal wieder einen Kulturschock erster Klasse… Um die 10-20 Taxis samt Taxifahrer wollten uns zu ihren Taxis führen und wir hatten Schwierigkeiten unsere Führer nicht zu verlieren. Diese riefen laut erbost den entsprechenden Preis und wurden laut von den Drivern auf Twi angekeift und nur einer war dann bereit uns sogar für 2,50 GHS mitzunehmen, wenn wir uns dafür zu sechst in sein Taxi quetschen… Kurz nachdem wir dann losgefahren waren, klappte er ein Tablet hoch und schaute einen Film während der Fahrt, war nicht angeschnallt und dass er zwei Menschen mehr als erlaubt hinten drin hatte, kümmerte ihn auch nicht wirklich. Froh darüber, dass wir es nach Hause geschafft hatten, gönnten wir uns erstmal ein Bier im Hotel, machten uns fertig und trafen dann Franzi, Rike und Maren, die mit uns feiern wollten. Nach einer halben Stunde war dann auch einfach jeder auf der Tanzfläche und es wurde ausschließlich gute Laune Musik gespielt, was ich einfach super fand!

imageSpäter haben wir uns dann noch an den Strand gesetzt, das Bonfire angeschaut und mit ein paar netten Ghanaern gequatscht.
Am nächsten Tag haben wir erstmal bis 11 Uhr gebraucht, um überhaupt aus dem Bett zu kommen und mussten uns dann noch auf die Suche nach einem geeigneten Frühstück machen! Wir landeten in einem Veggie Restaurante und gönnten uns ein (für Ghanaische Verhältnisse) echt teures Frühstück (20-30 GHS, also 5-8€ pro Person). Dort saßen wir bis halb 2 und wollten aber auf jeden Fall noch zur Krokodilfarm. Das Taxifahren war diesmal wieder ein richtiges Abenteuer, denn wir fragten den Fahrer vorher, ob wir nicht lieber zwei Taxis nehmen sollen bei 6 Personen, aber er meinte, dass mit der Polizeisperre regelt er schon… Also sind wir losgefahren und kurz vor der Sperre hat er ein zweites Taxi angehalten, dem Driver nen Cedi gegeben, sich selbst artig angeschnallt und zwei von uns sind ausgestiegen und im anderen Taxi dadurch gefahren. Kurz hinter der Sperre (in Sichtweite der Polizei!!) haben wir dann wieder umsortiert und sind weiter gefahren. Auf dem Rückweg hat sich der Driver gar nicht die Mühe mit dem zweiten Taxi gemacht, sondern ist einfach bei der Polizei ausgestiegen, hat dem Typen 2 Cedi gegeben und ist weiter gefahren… Er erzählte uns dann ganz stolz, dass der Polizist eigentlich 5 haben wollte, dann aber auch mit 2 zufrieden war 😀
Die Krokodilfarm an sich war kleiner als gedacht, aber trotz des Regens super schön. Erst haben wir mit einem kleinen Bötchen eine Crododile watch tour gemacht, dabei aber nur seeeehr viele Vögel und nur ein Krokodil ganz weit weg und von hinten gesehen haben und sind dann aber nochmal um den ganzen See herum gelaufen und haben noch mehr gesehen!
Am hinteren Ende konnte man dann sogar ein echtes Krokodil anfassen!! Ich frage mich immer noch, wie ein Tier mit einer so harten Schale (echt wie einSchildkrötenpanzer!) so geschmeidig sein kann…


Die Trainerin erzählte uns dann, dass Krokodile generell an Land sehr träge seien und diese speziell darauf trainiert würden, dass sie dort bleiben und schlafen, damit man sie anfassen kann… Wenn Sie pfeift, dann kommt es hoch und wird mit einem Stück Chicken belohnt. Das weiß es und bleibt deshalb am Ort und Stelle! Am faszinierendsten fand ich es, dass man sogar das Blut von Chicken noch an den Zähnen sehen konnte und dass die Schnauze nicht, wie zB im Zoo, zugebunden wurde… Wir konnten dann sogar ein GruppenBild mit dem Leiter des Hans Cottage machen und ihn weitere Sachen fragen. In dem See leben nämlich um die 40 Krokodile und es gibt sogar schon Nachwuchs!
Wieder in Cape Coast haben wir uns wieder mit den anderen ehemaligen Freiwilligen getroffen und die haben uns gezeigt, was man wo zu Essen kaufen kann! Also haben wir alle für 1 Cedi(!!!) einen riesigen Klops Kenkey (Maisbrei) mit Black Pepper Stew (mit Fish) oder red Stew (vegetarisch) gegessen. Natürlich mit der Hand, was eine ganz schöne Schmiererei war! 😄
Abends haben wir dann wieder schön gefeiert und sind am Sonntag gegen Mittag wieder zurück gefahren! Es war ein wunderschöner Ausflug!!

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