Akwaaba/ Willkommen in Ghana

Hallöchen meine Lieben,
ich melde mich heute das erste Mal aus Ghana und möchte euch erzählen, wie es mir bisher so ergangen ist und was ich bereits erlebt habe. Also: am Dienstag (09.08.) ging unser Flug um 17:45 Uhr nach Casablanca und von dort um 02:30 (nach deutscher Zeit) weiter nach Accra, der Hauptstadt Ghanas. Ich habe die vier anderen Freiwilligen Hanna, Lorena, Liv und Josephine pünktlich um 15 Uhr am Flughafen in Frankfurt getroffen, sodass wir gemeinsam einchecken konnten und sogar Sitzplätze nebeneinander bekamen.

Auf beiden Flügen wurden wir mit ausreichend Essen versorgt und in Casablanca kauften wir uns von den letzten Euros noch ein letztes Baguette. Als wir dann zum zweiten Mal im Flieger saßen, sahen Liv und ich, wie die Transportrampe für die Koffer plötzlich aufhörte und ein ganzer Wagen mit Koffern wieder weg fuhr, weil es anscheinend nicht genug Platz für alle gab. Beim Einsteigen wurden aber auch viele der Handgepäcksstücke in den Frachtraum gebracht, weil sie zu groß waren und das wohl niemand kontrolliert hatte…
Schlafen konnte ich leider während der ganzen Zeit nicht und auch auf dem letzten Flug nur wenige Minuten, weil Liv und ich uns schon gut mit unserem Sitznachbarn unterhalten konnten (ein Ghanaer, der aus London kommt und nach Ghana fliegt, weil er dort am Samstag seine Frau heiratet). Er hat uns sogar quasi zu seiner Hochzeit eingeladen und uns Bilder von seiner Frau gezeigt 🙂 Wir sind um 04:45 Uhr (nach ghanaischer Zeit, also zwei Stunden früher als die Deutsche) gelandet und dann hieß es „Daumen drücken, dass es unsere Koffer auch nach Ghana geschafft haben!“ Ich muss sagen, ich hatte schon ziemlich Glück, denn meine beiden Koffer hatte ich schon ziemlich schnell. Auch Josephines waren beide da, doch von Liv´s, Hanna´s und Lorena´s zwei Gepäckstücken war jeweils nur eines angekommen. Also mussten wir alle drei als verloren melden, doch weil so viele Koffer nicht da waren, gab es eine entsprechend lange Schlange. Aber nachdem das alles geregelt war, konnte wir endlich raus, Williams und Lawrence begrüßten uns und wir machten ein Wilkommen in Ghana (Wilkommen heiß auf Twi Akwaaba)

Auf der Fahrt in Richtung Agona Swedru guckten wir zu Beginn alle ganz begierig nach draußen, doch irgendwann konnten wir die Augen nicht mehr offen halten und schliefen ein wenig. Der Verkehr ist gewöhnungsbedürftig und sehr spannend, denn es gibt keine Fahrbahnbegrenzungen, sodass die Straße mal zwei, mal drei und mal vierspurig ist, je nachdem welchen Schlaglöchern die Fahrer gerade ausweichen müssen. Ist dann mal jemand im Weg, wird einfach gehupt und gewunken… Das Beste ist jedoch der sogenannte „open marked!“ Denn das heißt, du kannst gefühlt alles direkt aus dem Autofenster heraus kaufen, weil die Verkäufer ihre Waren auf dem Kopf transportieren und an jeder Ampel, in jedem Stau und an jeder Trotro Station stehen bzw. eher herumgehen.

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Nach etwa 2 Stunden kamen wir dann bei Williams Haus und seiner Familie an (ca. 10 Uhr), haben Carolyn, seine Tochter, und seine Frau Margret kennen gelernt und Caro hat uns erstmal das Haus, die vier Hunde (Dracula und Tiger sind echt süß), die Fische, die sie auf dem Markt verkaufen, den Kokusnuss-, den Papaya-, den Mango- und den Kakao- Baum gezeigt und dann sind wir noch zu Grace gegangen, die Stoffe und Plastikbeutel recycelt, indem sie daraus wunderschöne Taschen und ähnliches näht.

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Aus dem Geld, das sie durch den Verkauft bekommen, will Williams dann eine Art Heim für die Kinder aus den Communities (ärmeren Gegenden) bauenimage

Der Ausblick aus meinem Zimmerfenster : Kokusnüsse lassen grüßen 😉

Danach hatten wir ein bisschen Zeit für uns und waren erstmal duschen. Das Wasser ist zwar kalt, aber dafür fließend und das ist hier schon ein richtiger Luxus! Normalerweise holt man sich in einem großen Eimer von einem Brunnen Wasser und gießt es sich dann mit einem kleineren Eimer immer wieder über den Körper. Außerdem haben wir ein bisschen Tee getrunken und konnten das erste Mal das Wasser aus Plastikbeuteln probieren. Man beißt einfach in eine Ecke und saugt den Beutel dann leer, doch es schmeckt wirklich doll nach Plastik und ich bin definitiv kein Fan davon… Dazu gab es ein bisschen Brot und im Anschluss daran sind wir mit Caro nach Agona Swedru in die Stadt gefahren, haben dort Geld geholt und konnten und eine ghanaische Simcard kaufen. Die kostet hier einen Cedi (1 Euro = 4,2 Cedi) und der Vertrag mit 1 GB Internet im Monat gerademal 20 GHS (Cedi)! Anschließend sind wir wieder zurück gefahren und haben schon um 17 Uhr unser Dinner bekommen: gekochte Yams Wurzel mit Stew in einer leckeren Soße.

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Danach sind wir eigentlich sofort schlafen gegangen, da wir ja in der vorherigen Nacht nicht allzu viel Schlaf abbekommen hatten.
PS: Wir haben hier bei Williams jetzt erstmal eine Woche zum Eingewöhnen und als Orientierung, also wird er uns wichtige Sachen und Verhaltensweisen zeigen und uns etwas über das Land beibringen. Während dieser Zeit wohnen Lorena, Hannah und ich bei ihm zuhause und Liv und Josephine sind in einer Gastfamilie nur ein paar Gehminuten entfernt untergebracht.

Heute waren wir nochmal in Accra, um die fehlenden Koffer abzuholen und unsere Non Citizen Ship Card zu beantragen.

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Ich und Josephine sind mit Lawrence zusammen das erste Mal Trotro gefahren, was wirklich aufregend war und ich weiß immer noch nicht woher Lawrence wusste, welches Trotro wo hin fährt. Die Trotros könnt ihr euch vorstellen wir ein Siebensitzer mit 5 oder 6 Reihen statt nur zweien, sodass um die 20 Leute Platz haben und es fährt erst los, wenn jeder Platz besetzt ist.

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Zum Frühstück gab es eine Art Brei aus Erdnüssen, Soja und Mais und der war wirklich lecker, denn er schmeckte ienfach wie warme Erdnussbutter und dazu gab es frisches Brot (den Namen davon habe ich leider vergessen…)
Und zum Abendessen hatten wir heute Red Red, das sind frittierte Plantain (Kochbananen) und dazu Bohnen in Soße. Ebenfalls sehr lecker, also über das Essen kann ich mich nicht beklagen! 😀

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Danach haben wir uns auf das Dach gesetzt und den wunderschönen Sonnenuntergang betrachtet.


In diesem Sinne, gute Nacht!

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